Archive for the ‘Rezepte’ Category

h1

Vogelfutter

16. Dezember 2008

Vögel im Winter zu füttern ist nicht ganz unproblematisch. Zum einen finden sie genügend Futter in der Natur, solange nicht über mehrere Tage eine geschlossene Schneedecke liegt. Und zum anderen bringt man dadurch auch schwächere, kranke Vögel über den Winter, die dann unter Umständen im Frühjahr den Zugvögeln Reviere und Nistplätze streitig machen.
Trotzdem hänge ich regelmäßig Futter aus, denn die Versammlungen an den Futterstellen bringen so viel Leben in den Garten in einer ansonsten trüben, toten Zeit, dass ich sie nicht missen möchte. Im Gegensatz zu den letzten Jahren habe ich dieses Jahr früher damit angefangen, denn die Vögel erkunden schon im Spätherbst mögliche Futterstellen und finden solche nicht mehr, die dann erst im Januar oder Februar eingerichtet werden. Da in unserer Nachbarschaft schon seit über einem Monat fast alle ihre Futterhäuschen bestückt hatten, wurde es auch für mich langsam Zeit, denn es kamen kaum noch Vögel zu Besuch in den Garten, weil das Futter in der Nachbarschaft bequemer zu erreichen war.

Ich hätte natürlich fertiges Vogelfutter kaufen können, aber mit Kindern macht es auch Spaß, selbst Fettfutter anzurühren:
Für die Verpackung werden etwa fünf kleinere Tontöpfe (ganz Kreative bemalen sie oder verzieren sie vorher noch mit Serviettentechnik) und dickes Band zum Aufhängen benötigt. Die Bänder werden in ca. 40cm lange Stücke geschnitten (abhängig von der Größe der Töpfe) und so geknotet, dass eine Schlaufe zum Aufhängen entsteht und darunter noch  Band von ca. 10-15 cm Länge verbleibt. Die  Schlaufe wird von unten durch das Loch des Topfes gezogen, wobei der Knoten als Stopper dient. Die Bandenden knotet man auch zusammen; dies dient später als Halt für die Vögel. Ganz wichtig ist hier Hygiene, damit die Futterstellen nicht zu Brutstätten von Krankheiten werden: Die Tontöpfe reinige ich vorher gründlich und spüle sie dann mit kochendem Wasser aus. Außerdem verwende ich nur sauberes Band, und nicht welches, das irgendwo noch herumliegt.
Für die Füllung benötigt man 500g gehärtetes Pflanzenfett, ungeschälte Sonnenblumenkerne, Haferflocken, Nüsse etc.
Das Fett wird im Topf geschmolzen, sodass man dann Körner und Kerne hineinrühren kann. Die Menge der Körner sollte so bemessen sein, dass das Fett praktisch von der Körnermischung aufgenommen wird. Anschließend lässt man das Ganze etwas erkalten, bevor man es in die Töpfe füllt. Ganz ohne Kleckern geht es dabei nicht ab und man muss auch damit rechnen, dass etwas Fett aus den Löchern hinausläuft; deshalb lege ich immer ein altes Tablett unter.

meisen-1

meise-tablett

Wie man sieht, war das Tablett, das ich zunächst draußen vergessen hatte, schnell ein Anziehungspunkt für die ersten Besucher. (So trübe wie auf diesem Bild ist es übrigens bei uns schon seit Wochen, mit Ausnahme von ein oder zwei Tagen vielleicht.)
Seitdem meine fünf Tontöpfe im Garten verteilt hängen, tobt hier regelmäßig eine Schar von Blau- und Kohlmeisen durch, denen ich stundenlang zusehen könnte. Oft bringen sie sich erst im Gebüsch in Stellung, bevor sie die Töpfe anfliegen, und erschrecken sich manchmal gegenseitig, wenn mehrere das gleiche Versteck anvisiert haben. Im Gefolge befinden sich meist noch ein Rotkehlchen und ein Buchfink nebst mehreren Spatzen, die sich zwar selbst nicht an die Töpfe heranhängen können wie die Meisen, die aber geduldig warten, bis etwas für sie herunterfällt.

Advertisements
h1

Marzipanblätter

18. Dezember 2007

Hier also mit etwas Verspätung das Rezept für die Marzipanblätter (der Duft zieht jetzt gerade verführerisch durchs Haus). Wenn man die Menge verdoppelt, kommt man auf genau die Anzahl von Eigelb, welche bei der Produktion der Schokomakronen übrig bleiben.

Weil man meistens nicht alles an einem Tag abbacken kann, kann man die Eigelbe auch schon vorher mit dem Amaretto vermischen. So halten sie sich ohne Probleme ein paar Tage im Kühlschrank. — Wenn nicht der Ehegatte versehentlich daraus Rühreier macht … 🙂

Marzipanblätter

200g Mehl
100g Butter
50g Zucker
1 Ei
1 Vanilleschote oder Vanillearoma (Vanilleschote ist natürlich um Klassen besser)
   
200g Marzipan, 50g Puderzucker
3 Eigelb
2cl Amaretto
  Schokostreusel

Aus dem Mehl, der Butter, dem Zucker, 1 Prise Salz, 1 Ei (u.U. etwas Wasser) und dem Inhalt der Vanilleschote einen Mürbeteig zubereiten und eine halbe Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.

200g Marzipan mit ca. 50g Puderzucker zwischen zwei Lagen Backpapier ausrollen (etwa 40×20).

Den Mürbeteig etwas breiter als das Marzipan ausrollen, mit dem mit Amaretto vermischten Eigelb bestreichen und die Schokostreusel darüber streuen. Das Marzipan darüberlegen und genauso bestreichen. Das Ganze zusammenrollen und eine halbe Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.

Von der Rolle ½ cm dicke Scheiben abschneiden, mit der Eigelb-Masse bestreichen und bei 200°C ca 12Min. backen.

h1

Der Weihnachtshund

4. Dezember 2007

Das Gedicht „Die Weihnachtsmaus“ von James Krüss, wenn ich mich nicht irre, dürfte jedem bekannt sein. Durch alle Strophen hindurch zieht sich die empörte Frage, wer denn nun wohl diese oder jene Leckerei entwendet hat.“Wer hat die ganzen Schokomakronen gegessen?“, so die entsetzte Frage unseres Großen, der mehrere Bleche für den Weihnachtsbasar gebacken und in einer — offenen — Dose in der Küche deponiert hatte. Schlaftrunken — es war kurz vor sechs Uhr morgens, also fast noch vor dem Aufstehen — äußerte ich die Vermutung, dass mein mir Anvertrauter wieder nicht an der Dose hatte vorbeigehen können. Dieser bestritt das aber heftigst, und als ich nach unten kam, um mir die Bescherung anzuschauen, glaubte ich ihm: In der großen Dose war nur noch die unterste Lage Makronen vorhanden. Das hätte keiner von uns in dieser kurzen Zeit geschafft.
Da blieb nur noch einer übrig, dessen morgendliches Begrüßungsritual an diesem Tag außergewöhnlich mau ausgefallen war: unsere Hundedame Dina. Obwohl sonst enorm gut erzogen, konnte sie wohl nicht dem köstlichen Duft der Makronen widerstehen, der die ganze Nacht in ihre Nase zog. Dabei hatte sie nicht einmal die die Dose verrückt. Sie muss sich wohl einen Keks nach dem anderen geangelt haben und ist entweder nicht an die unterste Lage herangekommen oder war dann tatsächlich so abgefüllt, dass nichts mehr hineinging.

Hier das Rezept (in der Adventszeit muss ich etwa dreimal nachbacken, damit wir auch Weihnachten davon noch welche haben):

400g gem. Haselnüsse (Allergiker können auch Mandeln verwenden)
200g gem. Zartbitterschokolade
6 Eiweiße
300g Zucker

Zum Verzieren geviertelte Belegkirschen oder ganze Haselnüsse
Backoblaten oder Backpapier als Unterlage

Eiweiß zu Schnee schlagen, langsam den Zucker einrieseln lassen. Gemahlene Nüsse und Schokolade unterheben. Mit zwei Teelöffeln Makrönchen formen und garnieren. Bei 180°C 15-20Min. backen.

Um die Eigelbe aufzubrauchen, gibt es schöne Mürbeteigrezepte. Wenn ich Zeit habe, folgt demnächst mein Lieblingsrezept, das ich vor Jahren von einer ehemaligen Studienkollegin erhalten habe: Marzipanblätter.

h1

Rapunzel

18. November 2007

… auch Feldsalat genannt. Bildet kleine dunkelgrüne Blattrosetten, die mit ihrem nussigen Geschmack einen vorzüglichen Wintersalat abgeben. Am liebsten essen wir ihn mit einer süßen Joghurtsauce: eine halbe Zitrone, einen Esslöffel Zucker und einen Becher Naturjoghurt. Das mögen sogar die Kinder, die sonst keinen Salat essen.
Man kann Feldsalat in Reihen ausäen; das erleichtert die Ernte ungemein. Denn wenn man ihn sich einfach seinen Platz suchen lässt wie ich, gerät das Einsammeln zum Suchspiel im ganzen Garten. Da die Pflanze nahrhaften Boden liebt, gedeiht sie bei mir am besten unter den Rosen oder im Erdbeerbeet, wo ich besonders viel Kompost eingearbeitet habe.
Was Feldsalat gar nicht mag, ist Schatten oder Trockenheit. Bei beidem fängt er sich schnell Mehltau ein und wird dadurch ungenießbar. Außerdem sollte man ihm regelmäßig Luft verschaffen. Ist zu viel Beikraut in der Nähe, bleiben die Pflänzchen zu klein, sodass sich eine Ernte nicht lohnt.
Solange kein Dauerfrost herrscht, wächst der Feldsalat den ganzen Winter über, sodass man in dieser Jahreszeit wenigstens ein Gemüse im Garten hat, das nicht mit Dünger oder Pestiziden hochgepuscht ist wie die Ware im Supermarkt. Außerdem sorgt die Pflanze als Bodendecker im Staudenbeet auch in der dunklen Jahreszeit für grüne Highlights und im Frühling gibt sie mit ihren weißen Blütenwölcken einen zierlichen Hintergrund für Tulpen und andere knallige Frühblüher ab.

h1

Kapuzinerkresse

3. Oktober 2007

Obwohl sie schon im Sommer blüht, ist die Kapuzinerkresse für mich eine
Herbstpflanze, denn nun kommt sie erst recht mit ihren kräftigen Farben
zur Geltung, die mit dem Herbstlaub der Bäume und Sträucher und dem
Violett der Astern harmonieren. Im letzten Jahr schenkte mir eine Freundin Saat von einer rot-schwarzen Kapuzinerkresse in der festen Überzeugung, die Kinder würden genauso aussehen wie die Mutterpflanze. Umso überraschter war sie, als ich ihr die Pflanzen zeigte: Alle blühten sie im typischen Kapuzinerkresse-Hellorange.
Aber auf Mendel ist Verlass. Die diesjährigen Sämlinge weisen alle Schattierungen von hellgelb bis dunkelrot auf; zudem haben sich diese Farben auch in die rankenden Sorten eingekreuzt, die sich bei mir immer wieder von allein aussäen. Nur das ganz dunkle Schwarzrot fehlt, aber dazu wird man wohl völlig reine Elternpflanzen benötigen, um das zu erzielen.

 

kapuzinerkresse-dunkel.jpg

kapuzinerkresse-hell.jpg

 

Ob die Pflanze, wie man ihr nachsagt, Läuse von Obstbäumen abhält, kann ich nicht bestätigen. In diesem Jahr waren meine Obstbäume wenig befallen, ob nun mit Kapuzinerkresse unterpflanzt oder nicht. In jedem Fall sieht ein Ring mit diesem Bodendecker unter der Baumscheibe sehr dekorativ aus.

kapuzinerkresse-gestreift.jpg kapuzinerkresse-rankend.JPG

Ein weiterer Pluspunkt der Pflanze: Man kann Blüten und Blätter essen. Vor allem die Blüten bringen kleingehackt Farbe und Würze in den Kräuterquark. Passend dazu: Schnittlauch, Borretschblüten, Pimpinelle. Dabei muss ich gestehen, dass „Kräuterquark“ eine ungenaue Bezeichnung ist, denn bei mir kommt auf einen Becher Quark ein Becher Creme fraîche — man gönnt sich ja sonst nichts. Dazu noch frische Folienkartoffeln, und aufs Grillfleisch kann dann meinetwegen verzichtet werden.

h1

Zitronenverbene

3. August 2007

Die Zitronenverbene hat sich zu meinem Lieblingskraut entwickelt. Letztes Jahr habe ich durch Zufall einen Strauch erworben — leider wird sie viel zu selten angeboten. Im Geschmack und Geruch ist sie viel intensiver als Zitronenmelisse, sodass sich ein köstlicher Tee aus den frischen Blättern zubereiten lässt. Einfach eine Hand voll Blätter mit ca einem Liter kochenden Wasser überbrühen und mehrere Minuten ziehen lassen. Nach Geschmack mit Apfelsaft süßen — schmeckt auch sehr gut eisgekühlt an heißen Sommertagen. Weil es so gut aussieht, lasse ich die Blätter beim Servieren in der (Glas-)Kanne.
Kleingehackt entfalten die Blätter eine intensive Geschmackswirkung in Salaten und Kräuterquarks. Auch in Süßspeisen und Gelees könnte ich mir die Verbene gut vorstellen, hab es aber noch nicht ausprobiert.

Angeblich soll die Pflanze nur bedingt winterhart sein, deshalb habe ich mich noch nicht getraut, ihr einen festen Platz im Garten zukommen zu lassen, sondern halte sie im Kübel. Zurzeit versuche ich, einige Stecklinge zu bewurzeln, mit denen ich dann angstfreier experimentieren kann.