Archive for Januar 2008

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Orkan

26. Januar 2008
An Wind sind wir in unserer exponierten Lage durchaus gewöhnt, aber der jetzige Sturm hat sich zu einem handfesten Orkan ausgewachsen. Oben unter dem Dach hört man nicht nur die Fauch- und Zischgeräusche des Windes und das Knacken der Fensterrahmen, sondern man spürt regelrecht, wie die Luft im Raum zusammengepresst wird, wenn eine besonders heftige Böe gegen die Westfenster drückt. Wenn man genau hinschaut, sieht man auch, wie sich die Scheiben nach innen wölben. Dazu kommt noch das Geräusch der Dachziegel, die immer wieder durch die Sogwirkung nach oben gehoben werden, um dann kaskadenartig wieder zurückzuscheppern.Das ist kein besonders beruhigendes Geräusch…
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Den ersten Schaden hatten wir gleich heute morgen durch eine genial abgestimmte Zusammenarbeit, wie sie nur unter Eheleuten vorkommt: Während mein mir Angetrauter das Badezimmerfenster zum Lüften öffnete, ließ ich den Hund über die Terrassentür nach draußen. Durch den so entstehenden Durchzug knallte das Badezimmerfenster zu und die Scheibe zersplitterte mit einem lauten, klirrenden Knall (so schnell sind die Kinder am Samstagmorgen schon lange nicht mehr unten gewesen). Zum Glück ist die äußere Scheibe, die aus einbruchhemmendem Glas besteht, unbeschädigt geblieben, sonst hätten wir auf die Schnelle das Fenster noch mit Brettern vernageln müssen.
Den zweiten Schaden entdeckten wir, als wir gegen Abend vom Besuch bei einer Freundin wiederkamen: Mehrere Dachziegel hatten sich gelöst und waren auf dem Pflaster zersprungen. Das eine Fahrrad, das wir unter dem Dachüberstand stehen hatten, hat wohl auch durch die herunterfallenden Ziegel etwas abbekommen, aber so genau wollen wir das heute Abend nicht mehr untersuchen. Erst einmal muss der Wind nachlassen, denn die Gefahr, dass einem von oben etwas auf den Kopf fällt, ist im Moment einfach zu groß . Wenn es so weitergeht, werden wir heute Nacht bestimmt nicht besonders ruhig schlafen….
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Warzen

7. Januar 2008

Wer schon einmal mit Warzen zu tun hatte, weiß wie hartnäckig diese relativ harmlosen, aber sehr lästigen Hautwucherungen sein können. Zunächst einmal fängt man beim Hausarzt an, doktort mit Salizylsäurepflastern oder Vereisungsspray herum. Der nächste Schritt ist der Hautarzt, wo wöchentlich gepinselt oder gelasert wird. (Dies mit einem  herablassenden „Na,  wir gehen da schon ein bisschen intensiver vor als der Hausarzt.“)

Als wir nach einem Vierteljahr, in dem keine sichtbare Veränderung des Hautbildes erzielt worden war, nachfragten, wie lange die Behandlung denn nun noch dauern würde, erhielten wir die Antwort, dass diese sich bis zu zwei Jahre (!) hinziehen könne. Damit war das Thema Schulmedizin für uns zumindest in Bezug auf diese Erkrankung erledigt.

Wie also nun weiter? Bei unserem Großen hat die Homöopathie geholfen — innerhalb von vier Wochen waren alle Warzen verschwunden. Bei der Kleinen erwiesen sich die an beiden Füßen sprossenden Warzen aber als wesentlich hartnäckiger, sodass wir zunächst Heilpflanzen ins Auge fassten. Allerdings hatte weder der homöopathische Thuja-Extrakt noch der Löwenzahn- bzw. Schöllkrautsaft Erfolg; bei letzteren wurden die betroffenen Stellen nur noch mehr durch die unschöne braune Färbung hervorgehoben. Dann also zum Besprechen. Aber unser Dorfheiler winkte ab, weil er meinte, dass Warzen schwer auf diese Behandlung ansprechen (immerhin war mal jemand ehrlich!). Dafür gab er uns aber einen Tipp, der jetzt nach etwa zwei Monaten tatsächlich deutliche Wirkung zeigt: die Warzen jeden Abend mit Rapshonig einstreichen. Er meinte, dies könne bis zu einem Jahr dauern. Es ist zwar etwas aufwendig, jeden Abend die entsprechenden Stellen zu bestreichen und einzubandagieren, aber wenn es in diesem Tempo weitergeht, dann sind wir in einem Monat damit durch: Die kleineren sind schon ganz verschwunden bzw. kaum noch zu sehen und die größeren Warzen sind erheblich zurückgegangen.

Ob es nun wirklich an dem Honig liegt oder daran, dass sich mit der Behandlung automatisch die Fußhygiene verbessert (jeden Morgen Füße waschen und abends und morgens Socken wechseln), kann ich nicht sagen, aber das ist mir dann ehrlich gesagt auch egal, wenn die Viecher erst einmal weg sind.

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Windschutzterrasse

5. Januar 2008

Nachdem ich sie schon letztes Frühjahr angekündigt hatte, habe ich schlicht und einfach vergessen zu berichten, wie es mit unserer Windschutzterrasse weitergegangen ist. Wie bei so vielen Anlagen stand am Anfang eine Idee, dieses Mal meines Liebsten.

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Basis des Windschutzes sollte eine kleine Mauer sein (um auch die Klinkersteine aufzubrauchen, die beim Hausbau übrig geblieben waren), auf die dann eine Holzwand gesetzt werden sollte. Aber nur eine Wand, das ist doch langweilig. Da fiel uns ein, dass immer noch ein gusseiserner Fensterrahmen auf dem Boden herumlag und auf seinen Einsatz wartete. Der Rahmen wurde also neu gestrichen und die Fensterflächen wurden mit zurechtgeschnittenen Plexiglasscheiben versehen.

Als der Rahmen eingebaut war, fiel uns auf, dass irgendwie noch auf der rechten Seite etwas fehlte. Ein Fenster, so dicht an der Hauswand, das wirkte phantasielos rangeklatscht. Es musste also noch ein zweiter Rahmen her, den wir glücklicherweise einige Dörfer weiter bei einem Antiquitätenhändler erstanden. Auch dieser wurde aufbereitet und eingesetzt. Wie auf dem Bild zu erkennen, wurde erst die Holzwand errichtet (nach meinem Einspruch zweischalig, weil alles andere nur unfertig wirkte), um dann die Öffnungen für die Fenster herauszusägen. Beim Markieren durfte ich sogar helfen. 😉

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Nun blieb noch die Sandfläche. Den Sandhaufen, der sich dort befunden hatte, hatte ich zuvor schon abgetragen und unter dem Kinderhaus platziert, aber wir waren uns über den Belag nicht ganz schlüssig. Auch hier kam uns wieder der Zufall zu Hilfe. Bekannte hatten für ihre Auffahrt altes Granitpflaster aus der naheliegenden Bundeswehrkaserne aufgekauft und noch massenweise Steine übrig. Das war genau das Richtige, und zum Glück fanden wir einen guten Steinsetzer, der es kunstvoll verlegte. Bei aller Heimwerkelei: bestimmte Arbeiten müssen einfach von Fachleuten ausgeführt werden, sonst ärgert man sich hinterher dumm und dämlich.

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Alles Weitere kam dann nach und nach. Mein mir Anvertrauter richtete zwei auf dem Sperrmüll gefundene Gartenbänke her, ein Strandkorb wurde angeschafft und in diesem eher kühlen Sommer ausgiebig genutzt, für die Fläche zwischen den Fenstern tauschten wir einen Kinderpuppenwagen gegen eine gusseiserne Ofenplatte und befestigten eine Blumenampel daran. In diesem Jahr soll der dahinter wachsende Wein an der Wand emporranken und sie so mit frischem Grün einrahmen.

Wie man an den Bildern sehen kann, hat sich das Ganze vom Fundament bis zum Abschluss über ein gutes Vierteljahr hingezogen, aber es wäre auch nicht besser geworden, wenn wir alles vorher bis ins Detail geplant hätten. Die besten Ideen kommen doch erst beim Bauen.