Archive for März 2008

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Und schon wieder die Schnecken

31. März 2008

Jeder Garten hat so seine spezifischen Probleme, sei es spezielle „Wildkräuter“, wie es heutzutage politisch korrekt heißt (ich sage nur „Schachtelhalm“) oder bestimmte Tiere, die sich alle Mühe geben, einem die Gartenfreuden gründlich zu vermiesen. Während ich Maulwurf, Rehe und sogar die Rapskäfer inzwischen mit Humor nehme, mich daran freue, wenn es den Junghasen in meinem Garten gut geht, gehören Nacktschnecken zu meinen absoluten Hassobjekten. Über diverse Vernichtungsstrategien habe ich mich hier schon mehrfach ausgelassen, und auch dieses Jahr wird es wohl noch viele Gelegenheiten geben, dieses Thema anzuschneiden, denn durch den milden Winter und das bisher sehr feuchte Frühjahr steht eine veritable Schneckenplage bevor. Krokusblüten, die völlig zerlöchert herunterhängen; Narzissen, deren Knospen schon kurz über dem Boden abgefressen wurden; Schwertlilien, deren Knospen bis in die Knolle hinein zurückgefressen wurden; Tulpen, deren Blätter vollständig durchlöchert sind; Primeln, bei denen sich nur noch die Blütenkelche ohne Blätter emporrecken — all das fördert nicht die Liebe zu diesen (noch kleinen) Tierchen. Da meine Kamera defekt ist, konnte ich keine Bilder machen, um vorzuführen, das kaum eine Blume aus der Nähe noch attraktiv aussieht.

Um den Einsatz von Schneckenkorn möglichst gering zu halten, habe ich jetzt wieder Fallen ausgelegt. Während man später die großen Exemplare gut mit abgeschnittenen Pflanzen anlocken und dann vernichten kann (ich benutze dazu meist eine Hacke oder Gartenschere), funktioniert das mit den Jungschnecken nicht so gut, weil sie einfach zu klein sind. Allerdings lieben sie Melonen, sodass jetzt bei mir überall im Garten umgedrehte Melonenschalen herumliegen, von denen ich sie dann am frühen Morgen absammle. Ausgehöhlte Gurken funktionieren genauso gut, aber Melonenschalen haben den Vorteil, dass man die Melone vorher noch essen kann. 🙂

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Ostereiersuche

25. März 2008

Dieses Jahr haben wir es zum ersten Mal, seit wir hier wohnen, geschafft, die Ostereiersuche draußen zu veranstalten. Die Jahre zuvor war es entweder zu nass gewesen oder es gab noch nicht genügend Verstecke mangels Bewuchs. Aber an diesem Ostersonntag herrschte strahlendster Sonnenschein; es war zwar a– äh — eisig kalt, aber wegen des Frostes auch trocken, sodass einer Freilandsuche nichts im Wege stand. Gnädigerweise hat unser Großer seiner kleinen Schwester das Suchen überlassen. Als fast Sechzehnjähriger kann man sich bei so einer kindischen Veranstaltung natürlich nicht mehr blicken lassen (aber die „Ernte“ nimmt man dann natürlich noch gern mit).

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Am meisten Spaß hatte jedoch unsere Hundedame, die ich versehentlich in den Garten gelassen hatte, nachdem schon alle Eier verteilt waren, während wir jedoch noch gemütlich am Frühstückstisch saßen. Mit einem Mal stand sie schwanzwedelnd vor der Terrassentür, etwas Blaues, Rundes im Maul haltend. Hm, da hat sie wohl wieder dem Nachbarshund den Ball geklaut, war mein erster Gedanke. Beim genaueren Hinsehen entpuppte sich der „Ball“ aber als eins der sorgsam eingefärbten hartgekochten Eier, die ich auch draußen versteckt hatte. Was für ein Schatz! Der konnte natürlich nur drinnen auf der Fußmatte unter den bewundernden bzw. schützenden Blicken des Rudels verzehrt werden. Auch nachdem später alle Verstecke leergeräumt waren, hat sie die Suche nicht aufgegeben, sondern immer wieder ihre Schnauze in die entsprechenden Sträucher gesteckt. Wenn schon einmal ein Wunder passiert, warum nicht gleich auch noch ein zweites?

Ansonsten hat der verspätete Wintereinbruch der letzten Tage (in der Nacht zum Ostersonntag bestimmt kälter als -5°C) einigen Pflanzen extrem zugesetzt: Die Lenzrosen lagen morgens platt am Boden, haben sich zwar wieder aufgerichtet, sehen jetzt aber einfach nur noch schäbig aus, und meine Strauchpaeonie hat zumindest an den Blättern einen heftigen Frostschaden. Ich hoffe, die Blüten haben es überstanden…

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Staudenstützen

17. März 2008

Nachdem mir im letzten Jahr meine Paeonien und Rittersporne wie schon so oft vom Wind umgeknickt worden waren, hatte ich mir vorgenommen, dass mir dies nicht wieder passiert. Man kann natürlich alle möglichen Stützsysteme kaufen, aber das Richtige war für mich nicht dabei. Denn auch wenn man die Plastik- und Metallringe nicht mehr sieht, sobald die Stauden hochgewachsen sind, es dauert doch immer eine ganze Weile, bis sie verschwunden sind, und außerdem weiß ich noch, dass es sie gibt. Darüber hinaus macht Selbermachen viel mehr Spaß, vor allem zu einer Zeit, da man im Garten nicht weiterkommt, weil der Boden bis oben hin mit Wasser gesättigt ist und eine Bearbeitung vor allem Frust, Rückenschmerzen und sehr verdrecktes Werkzeug sowie Kleidung zur Folge hätte.

flechtstutze.jpgSolche Flechtgitter sind relativ schnell angefertigt und machen auch Kindern Spaß. Als Stützen wurden etwa 70cm lange Halme Chinaschilf genommen, die im Abstand von 10 bis 15cm etwa 20cm tief in die Erde gesteckt wurden. Anschließend haben wir Weidenzweige abgeschnitten und herumgeflochten. (Wenn die Weidenzweige nicht ganz frisch sind, kann man sie für ein paar Tage in Wasser, z.B. in der Regentonne, einweichen, damit sie beim Flechten nicht brechen.) Ganz zum Schluss, als die Weide beim besten Willen nichts mehr hergab, bin ich auf den Neuaustrieb des roten Hartriegels umgestiegen. Der ist zwar nicht ganz so elastisch, aber sehr dekorativ, sodass ich in Zukunft noch etwas mehr damit experimentieren werde.

flechtstutze1.jpg

 

Im Moment sehen sie noch ganz stabil aus. Ob sie den Härtetest im Sommer überstehen, wird sich zeigen ….

Sicher sind solche rustikalen Gestelle nicht jedermanns Geschmack, aber in meinen eher unaufgeräumten, naturbelassenen Garten passen sie sehr gut, weil sie fast in der Landschaft verschwinden.

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Handwerker

10. März 2008

Am Freitag waren endlich die Dachdecker gekommen. Nachdem sich bei den letzten beiden Stürmen auf der Nordwestseite mehrere Pfannen gelöst hatten und nur provisorisch ersetzt worden waren, waren wir langsam nervös geworden. Es ist halt kein gutes Gefühl, wenn man bei Sturm nicht sicher ist, ob am nächsten Morgen das Dach noch da ist …. Die Dachdecker rückten also an, um jede einzelne Pfanne auf der Seite zu klammern und auch gleich noch die verbogene Regenrinne zu reparieren. Alles wunderbar. Saubere Arbeit.
Aber war es wirklich nötig, mein komplettes Beet an der Auffahrt zu zertrampeln? — Ich bin mir nicht sicher, ob ich dieses Jahr dort auch nur eine Tulpe sehen werde. Es ist natürlich äußerst schwierig, das Beet beim Aussteigen und Ausladen zu vermeiden, wenn zu dicht heranfährt. Irgendwie waren die Männer da wohl überfordert. An sich sagt man ja von Frauen, dass sie nicht richtig einparken können….

Auf die Zigarettenkippen im Garten hätte ich auch gern verzichtet. Aber es ist wohl zu viel erwartet, diese in die einen Meter entfernt stehende Mülltonne zu entsorgen.

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Fünf gute Gründe, Gartenhandschuhe zu benutzen

3. März 2008
  1. Komfort: Gartenhandschuhe gibt es in allen Formen und Größen, wasserdicht oder atmungsaktiv, modisch oder zweckmäßig.
  2. Kälteschutz: Gerade jetzt in der feucht-kalten Jahreszeit machen klamme Finger die Arbeit oft zur Quälerei.
  3. Sauberkeit: Wenn man mit beiden Händen in der Erde wühlt oder beim Jäten mit Pflanzensäften in Berührung kommt, lagert sich der Dreck nicht nur unter den Fingernägeln und auf der Haut, sondern auch in der Haut an, sodass auch anschließendes heftigstes Schrubben nicht zum gewünschten Erfolg führt. Gerade Pflanzensäfte (Löwnzahn, Schöllkraut) hinterlassen ziemlich echte Flecken.
  4. Handpflege: Es gibt kein besseres Rezept für trockene Haut und rissige Fingernägel als Unkrautjäten mit bloßen Fingern. Zusammen mit den nicht zu entfernenden Verfärbungen (s.3) ergibt sich ein recht ungepflegtes Erscheinungsbild, mit dem man nicht unbedingt repräsentative Funktionen wahrnehmen möchte.
  5. Verletzungsschutz: Wer bei Schneidemaßnahmen oder beim Entrümpeln sich schon mal die Finger mit Splittern und Dornen gespickt und auch anschließende eitrige Abzesse von nicht entfernten Splittern erlitten hat, weiß schützende Handschuhe zu schätzen. Auch beim Umgraben und Hacken leisten sie einen guten Dienst, um Schwielen und Blasen zu vermeiden.

…und warum ich sie dann doch meistens nicht benutze:
Handschuhe sind wie eine störende Barriere. Ich muss die Erde bei der Gartenarbeit anfassen, spüren — das macht für mich den Reiz aus. Unkräuter (pardon: an ungünstigen Stellen wachsende Wildkräuter) lassen sich mit den bloßen Händen viel besser fassen. Der Schnitt von Rosen und Bäumen wird wesentlich genauer, wenn nicht noch eine trennende Schicht Stoff oder Leder dazwischen liegt. Die Kratzer spüre ich immer erst hinterher.

Und noch etwas Störendes an Handschuhen: Sie liegen nie da, wo man sie sucht. Oder wenn man welche findet, sind es garantiert die des Ehegatten … 🙂