Archive for the ‘Zierpflanzen’ Category

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Ein Hauch von Vorfrühling

7. Februar 2011

Nachdem das Orkantief am Wochende mein erst im letzten Sommer errichtetes Frühbeet zerlegt hat und die Welt fast zwei Tage hinter Regenschleiern verschwand, war es heute wesentlich freundlicher. Die milden Temperaturen locken sogar schon die ersten Winterlinge aus dem Boden, die Triebspitzen von Krokussen und Schneeglöckchen lugen hervor und auch die Christrosen stehen kurz vor der Blüte.

Zum Glück sind die einzelnen Platten des Frühbeetes ganz geblieben; einige Streben sind etwas verbogen, sodass der Wiederaufbau wohl möglich, wenn auch aufwendig sein wird. Allerdings muss es wohl noch fester im Rahmen, der aus Betonplatten besteht, verankert werden.

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Unbekannte Pflanze

16. Mai 2010

Ich gebe es zu. Wenn ich in anderen Gärten oder Anlagen unterwegs bin, und ich sehe interessante Pflanzen, die zudem noch ausgereifte Samenstände haben, dann juckt es mich in den Fingern. Meist frage ich, aber es ist auch nicht immer jemand in der Nähe, sodass ich auch schon die ein oder andere Samenkapsel habe mitgehen lassen.

Aus so einer Aktion  stammt dieser Sämling, und da ich vorher niemanden gefragt habe, weiß ich natürlich nicht, worum es sich dabei handelt. Ich tippe auf eine Art von Wolfsmilchgewächs, weil sofort weißer Saft austritt, wenn man eine Blattspitze abreißt.  Die Keimlinge sahen auch sehr interessant aus: Anstatt die Keimblätter sofort nach oben zu schieben, verblieben sie zunächst in der Erde, sodass erst ein spargeliger Bogen zu sehen war.

Kennt jemand diese Pflanze und kann mir weiterhelfen?

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Umdenken

27. September 2009

Gerade heute haben wir den letzten Tropfen aus unseren Zisternen herausgesaugt. Entweder es regnet in der nächsten Woche oder es werden noch weitere Pflanzen dieses Jahr nicht überleben. Meine Lieblingsclematis habe ich schon erwähnt, aber diverse Stauden (u.a. so robuste Arten wie Pfingstrosen, Goldrute und auch Funkien!) und Gehölze wie Hortensien, Rhododendren, Eberesche zeigen erhebliche Trockenschäden, sodass noch mit weiteren Ausfällen zu rechnen ist.

Ich habe mir vorgenommen, diese Pflanzen nicht noch einmal zu pflanzen, zumindest nicht an dem Standort, an dem sie eingegangen sind. Vielmehr werde ich sie durch trockenheitstolerantere Arten ersetzen. Alle Arten von Glockenblumen kommen z.B. sehr gut durch längere Tockenphasen, ebenso Purpurglöckchen (Heuchera), Schwertlilien, Lupinen, Farne, Wollziest, Staudenkornblume, Elfenspiegel, Frauenmantel. Natürlich darf man auch Hauswurz und Fetthenne nicht vergessen wie auch die meisten anderen typischen Steingartenpflanzen.

An Gehölzen haben sich bei mir die Rosen als erstaunlich robust erwiesen — die Pfahlwurzeln reichen wohl tief genug hinab, um sich aus tieferen Bodenschichten mit Wasser zu versorgen. Keine Probleme bereiteten auch Sonnenröschen, Johanniskraut (Hypericum androsaemum), Efeu, Spiersträucher, Buchs.

Auch alles, was Zwiebeln oder Knollen hat, ist nicht so sehr durch Trockenheit gefährdet: Lilien, Alpenveilchen (Wildformen, nicht die hochgezüchteten Exemplare, die regelmäßig im Winter verfaulen), Herbstzeitlose und natürlich die gesamte Palette an Frühblühern.

Bei Gemüse wird es schon schwieriger. Ohne beständiges Wässern geht hier gar nichts, will man nicht Karotten mit holzigem Kern, Bonsaizwiebeln oder aufgeplatzte Kohlrabi ernten. Selbst Artischocken benötigen, wenn sie üppig gedeihen sollen, mehr Wasser, als man vermuten würde. Für die Gemüsebeete werde ich mir also nach und nach Bewässerungsschläuche anschaffen.

Das ist, was mir jetzt als Resümee dieses auslaufenden Gartenjahres einfällt. Falls jemand von Euch da draußen noch weitere Ideen hat, wie ich meinen Garten wüstentauglich machen kann, dann würde ich mich freuen, von Euch zu hören.

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Schmetterlingsraupen

8. Juli 2008

Endlich ist der Regen auch bei mir angekommen, sodass ich mich getraut habe, die halb verblühten und vertrockneten Stauden zurückzuschneiden. Es ist überhaupt verwunderlich, dass nur so wenige Pflanzen eingegangen sind, da an vielen Stellen der Boden völlig ausgetrocknet war. Als ich meinen mir Anvertrauten bat, mir dabei zu helfen, die überjährigen Erdbeeren auszugraben, musste er mit der Pickhacke den Boden aufbrechen, der trotz vorherigen Wässerns immer noch hart wie Beton war. In den nächsten Tagen werde ich auch noch den Rest des Japanischen Eidechsenkrauts (die rot-grünen Blätter rechts im Bild) aus dem Vorgarten entfernen, weil es sich hier zu einer wahren Plage entwickelt hat. Es ist zwar ein farbenprächtiger Bodendecker, aber mit seinen tiefen Wurzeln, die immer neue Ausläufer bilden, drohte es mir, die Blaubeeren, das Heidekraut und auch die benachbarten Bodendeckerrosen zu erdrücken. Einen Großteil habe ich schon an Nachbarn verschenkt — fairerweise habe ich sie auch gewarnt. Und der Rest kommt nach hinten in den Garten unter die Hecke, wo es sich so weit ausbreiten kann, wie es will.

Bei solchen Arbeiten scheucht man natürlich immer wieder Kleintiere auf, wie diese Raupe, und wundert sich, was für ein Falter einmal daraus werden wird. Weil man Schmetterling und Raupe selten nebeneinander sieht (eine Ausnahme ist natürlich der Kohlweißling), fällt die Bestimmung dann recht schwer, vor allem da auch die meisten Bestimmungsbücher nicht immer beides aufführen. Umso begeisterter war ich über die Internetseite von Walter Schön, der auch netterweise auf meine Email antwortete und mir half, diese Raupe als Bärenspinnerraupe (Fleckleibbär) einzuordnen.

Außerdem erfuhr ich hier, dass es sich bei diesem wunderschönen Tier um die Raupe der Grasglucke handelt.

Und diese, die ich letztes Jahr an meinen Rosen knabbernd gefunden habe, ist die Raupe der Pyramideneule. Anders als viele Schnecken hat sie die Begegnung mit mir überlebt. 🙂

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Staudenstützen

17. März 2008

Nachdem mir im letzten Jahr meine Paeonien und Rittersporne wie schon so oft vom Wind umgeknickt worden waren, hatte ich mir vorgenommen, dass mir dies nicht wieder passiert. Man kann natürlich alle möglichen Stützsysteme kaufen, aber das Richtige war für mich nicht dabei. Denn auch wenn man die Plastik- und Metallringe nicht mehr sieht, sobald die Stauden hochgewachsen sind, es dauert doch immer eine ganze Weile, bis sie verschwunden sind, und außerdem weiß ich noch, dass es sie gibt. Darüber hinaus macht Selbermachen viel mehr Spaß, vor allem zu einer Zeit, da man im Garten nicht weiterkommt, weil der Boden bis oben hin mit Wasser gesättigt ist und eine Bearbeitung vor allem Frust, Rückenschmerzen und sehr verdrecktes Werkzeug sowie Kleidung zur Folge hätte.

flechtstutze.jpgSolche Flechtgitter sind relativ schnell angefertigt und machen auch Kindern Spaß. Als Stützen wurden etwa 70cm lange Halme Chinaschilf genommen, die im Abstand von 10 bis 15cm etwa 20cm tief in die Erde gesteckt wurden. Anschließend haben wir Weidenzweige abgeschnitten und herumgeflochten. (Wenn die Weidenzweige nicht ganz frisch sind, kann man sie für ein paar Tage in Wasser, z.B. in der Regentonne, einweichen, damit sie beim Flechten nicht brechen.) Ganz zum Schluss, als die Weide beim besten Willen nichts mehr hergab, bin ich auf den Neuaustrieb des roten Hartriegels umgestiegen. Der ist zwar nicht ganz so elastisch, aber sehr dekorativ, sodass ich in Zukunft noch etwas mehr damit experimentieren werde.

flechtstutze1.jpg

 

Im Moment sehen sie noch ganz stabil aus. Ob sie den Härtetest im Sommer überstehen, wird sich zeigen ….

Sicher sind solche rustikalen Gestelle nicht jedermanns Geschmack, aber in meinen eher unaufgeräumten, naturbelassenen Garten passen sie sehr gut, weil sie fast in der Landschaft verschwinden.

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Einwintern

11. November 2007

Mit fragend-hoffnungsvoller Miene begutachtet unsere Kleine meinen Einkauf: „Mama, was willst du denn damit?“, dabei die Tüte mit dem Kaninchenstreu hochhaltend. Ich kann förmlich an ihrem Gesicht ablesen, wie es in ihr arbeitet. Sollte sich vielleicht doch ihr Wunsch nach einem eigenen Pelztier erfüllen? Aber da muss ich sie enttäuschen: „Das brauche ich für meine Dahlien und Gladiolen.“ — „Oh.“Dieses Wochenende habe ich die Wetterberuhigung genutzt, um endlich die letzten Dahlien und Gladiolen einzuwintern. Obwohl ich mir das Gegenteil vorgenommen habe — jedes Jahr werden es mehr. Ich kann einfach nicht widerstehen, wenn ich im Gartencenter die bunten Pakete sehe.
Nach meinen Erfahrungen gibt es wirklich nichts Besseres als Kaninchenstreu, um Zwiebeln und Knollen einzulagern. Kisten oder Eimer mit Sand eignen sich zwar auch gut, sind auf die Dauer einfach zu schwer und nehmen zu viel Platz in Anspruch. Mein Versuch mit Torf, der wesentlich leichter ist, hat zu zu vielen Ausfällen geführt; die Keimbelastung in dem Material war wohl einfach zu hoch. Kaninchenstreu erfüllt alle Voraussetzungen: Es sichert einen guten Feuchtigkeitsaustausch, sodass die Knollen weder austrocknen noch verrotten, und ist relativ keimfrei, sodass man im Frühling das Eingelagerte fast in dem gleichen Zustand entnimmt, wie man es hineingepackt hat. Zum Abpacken kann man dünne Plastiktüten verwenden, die wesentlich platzsparender sind als Eimer und Kisten und — nicht zu vernachlässigen — sich einfach beschriften lassen (Schließlich erkennt man die Blütenfarbe nicht unbedingt an der Knolle, obwohl ich nach jahrelanger Übung — weil ich zu faul war, jede einzelne Pflanze zu etikettieren — immerhin Pompon- von Kaktusdahlien an der Rhizomform unterscheiden kann.). Man sollte beim Einlagern nur darauf achten, dass man einige Luftlöcher in den Plastiktüten lässt, damit bei Bedarf zu hohe Feuchtigkeit entweichen kann.

Einen Nachteil will ich aber nicht verschweigen: Mäuse lieben das Material. Will man also nicht im Frühling lauter angefressene Tüten im Lagerraum wiederfinden, muss man sie maussicher verpacken bzw. rechtzeitig Mausefallen aufstellen.

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Kapuzinerkresse

3. Oktober 2007

Obwohl sie schon im Sommer blüht, ist die Kapuzinerkresse für mich eine
Herbstpflanze, denn nun kommt sie erst recht mit ihren kräftigen Farben
zur Geltung, die mit dem Herbstlaub der Bäume und Sträucher und dem
Violett der Astern harmonieren. Im letzten Jahr schenkte mir eine Freundin Saat von einer rot-schwarzen Kapuzinerkresse in der festen Überzeugung, die Kinder würden genauso aussehen wie die Mutterpflanze. Umso überraschter war sie, als ich ihr die Pflanzen zeigte: Alle blühten sie im typischen Kapuzinerkresse-Hellorange.
Aber auf Mendel ist Verlass. Die diesjährigen Sämlinge weisen alle Schattierungen von hellgelb bis dunkelrot auf; zudem haben sich diese Farben auch in die rankenden Sorten eingekreuzt, die sich bei mir immer wieder von allein aussäen. Nur das ganz dunkle Schwarzrot fehlt, aber dazu wird man wohl völlig reine Elternpflanzen benötigen, um das zu erzielen.

 

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kapuzinerkresse-hell.jpg

 

Ob die Pflanze, wie man ihr nachsagt, Läuse von Obstbäumen abhält, kann ich nicht bestätigen. In diesem Jahr waren meine Obstbäume wenig befallen, ob nun mit Kapuzinerkresse unterpflanzt oder nicht. In jedem Fall sieht ein Ring mit diesem Bodendecker unter der Baumscheibe sehr dekorativ aus.

kapuzinerkresse-gestreift.jpg kapuzinerkresse-rankend.JPG

Ein weiterer Pluspunkt der Pflanze: Man kann Blüten und Blätter essen. Vor allem die Blüten bringen kleingehackt Farbe und Würze in den Kräuterquark. Passend dazu: Schnittlauch, Borretschblüten, Pimpinelle. Dabei muss ich gestehen, dass „Kräuterquark“ eine ungenaue Bezeichnung ist, denn bei mir kommt auf einen Becher Quark ein Becher Creme fraîche — man gönnt sich ja sonst nichts. Dazu noch frische Folienkartoffeln, und aufs Grillfleisch kann dann meinetwegen verzichtet werden.