Archive for the ‘Feier’ Category

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Ostereiersuche

25. März 2008

Dieses Jahr haben wir es zum ersten Mal, seit wir hier wohnen, geschafft, die Ostereiersuche draußen zu veranstalten. Die Jahre zuvor war es entweder zu nass gewesen oder es gab noch nicht genügend Verstecke mangels Bewuchs. Aber an diesem Ostersonntag herrschte strahlendster Sonnenschein; es war zwar a– äh — eisig kalt, aber wegen des Frostes auch trocken, sodass einer Freilandsuche nichts im Wege stand. Gnädigerweise hat unser Großer seiner kleinen Schwester das Suchen überlassen. Als fast Sechzehnjähriger kann man sich bei so einer kindischen Veranstaltung natürlich nicht mehr blicken lassen (aber die „Ernte“ nimmt man dann natürlich noch gern mit).

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Am meisten Spaß hatte jedoch unsere Hundedame, die ich versehentlich in den Garten gelassen hatte, nachdem schon alle Eier verteilt waren, während wir jedoch noch gemütlich am Frühstückstisch saßen. Mit einem Mal stand sie schwanzwedelnd vor der Terrassentür, etwas Blaues, Rundes im Maul haltend. Hm, da hat sie wohl wieder dem Nachbarshund den Ball geklaut, war mein erster Gedanke. Beim genaueren Hinsehen entpuppte sich der „Ball“ aber als eins der sorgsam eingefärbten hartgekochten Eier, die ich auch draußen versteckt hatte. Was für ein Schatz! Der konnte natürlich nur drinnen auf der Fußmatte unter den bewundernden bzw. schützenden Blicken des Rudels verzehrt werden. Auch nachdem später alle Verstecke leergeräumt waren, hat sie die Suche nicht aufgegeben, sondern immer wieder ihre Schnauze in die entsprechenden Sträucher gesteckt. Wenn schon einmal ein Wunder passiert, warum nicht gleich auch noch ein zweites?

Ansonsten hat der verspätete Wintereinbruch der letzten Tage (in der Nacht zum Ostersonntag bestimmt kälter als -5°C) einigen Pflanzen extrem zugesetzt: Die Lenzrosen lagen morgens platt am Boden, haben sich zwar wieder aufgerichtet, sehen jetzt aber einfach nur noch schäbig aus, und meine Strauchpaeonie hat zumindest an den Blättern einen heftigen Frostschaden. Ich hoffe, die Blüten haben es überstanden…

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Kinderfest

7. Juli 2007

Das alljährliche Kinderfest in der Schule wäre nun auch geschafft. Morgens Spiele in der Schule, bei denen König und Königin ermittelt werden, nachmittags Umzug mit zwischenzeitlichen Regengüssen und anschließend Kaffee und Kuchen im Dorfkrug, während die Kinder ihre liebevoll einstudierten Stücke und Tänze vorführten.

Ich musste dann doch feststellen, dass ich als Mutter kläglich versagt hatte: Während ich damals für meinen Großen nur einen Blumenstrauß um einen Stab wickeln und mit bunten Bändern verzieren musste, benötigte die Kleine jetzt einen Blumenkranz. Die Auswahl der Blumen fiel uns nicht schwer: rote Minirosen, weiße Kamille und blaue Kornblume (Schleswig-Holstein-Farben!) gab der Garten zur Genüge her. Das Ganze auf einen Ring aus Ziergras gebunden sah wirklich schick aus. Allerdings stellte sich heraus, dass die ganze Konstruktion nicht fest genug war. Im Laufe des Umzugs und vor allem beim abschließenden Tanzen weitete sich der Ring immer mehr, sodass er schießlich als Kette um den Hals lag. Zum Glück trug meine Tochter es mit Fassung — sie ist offenbar schon daran gewöhnt, dass nicht alles von Dauer ist ….

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Omas Geburtstag

8. August 2006

Wofür Regen doch nützlich sein kann – abgesehen vom Blumengießen. Das Besondere daran ist, dass es noch nicht einmal regnen muss. So geschehen auf einer Geburtstagsfeier. Versammelt die gesamte Verwandtschaft, um das übliche Ritual abzuhalten: von Kuchenessen, Kaffeetrinken, Nichten-Neffen-Enkelkinderbewundern, Austausch über das Wetter (es regnet immer noch nicht, es ist der trockenste Sommer seit Menschengedenken), Autos, Urlaub auf Mallorca/ in der Türkei/ zu Hause bis zum Anstoßen mit Gesang auf das Geburtstagskind und anschließendem Grillen mit in der Hitze leicht verfärbtem Grillfleisch, fettem Kartoffelsalat und Ketchup, der seit zwei Jahren abgelaufen ist.

Und dann taucht eine dunkle Wolke auf. Onkel R. blickt zum Himmel, runzelt sorgenvoll die Stirn mit den Worten: „Jetzt müssen wir uns aber beeilen“. Sofort kommt Hektik auf; das restliche Grillgut wird in Sicherheit gebracht (Hoffentlich hat niemand im Ernst vor, es noch morgen zu essen); Geschirr, Tische und Stühle werden hastig zusammengeräumt; und während die eine Gruppe sich in der kleinen Küche zusammendrängt und den Abwasch macht, stellt die andere die alte Ordnung auf dem Hof her, damit Blumenkübel und Gartenzwerge auch nicht eine Nacht an der falschen Stelle zubringen müssen.

Es ist immer noch kein Tropfen gefallen, aber die ganze Aktion hat das lang ersehnte
Zeichen zum Aufbruch gegeben. Mit unverhohlener Erleichterung verabschiedet sich einer nach dem anderen, glücklich, dass trotz der ganzen Hektik nicht doch noch der Notarzt geholt werden musste.

Endlich wieder zuhause. Es hat tatsächlich noch geregnet. Auch wenn nur die Oberfläche etwas angefeuchtet ist, hat der Garten förmlich aufgeatmet. Der Staub ist aus der Luft verschwunden, sogar der braune Rasen sieht schon wieder etwas frischer aus, als ob neues Grün sprießt (oder ist das nur Einbildung?).

Es juckt mich schon wieder in den Fingern; hie und da zupfe ich das ein oder andere Unkraut (politically correct: Wildkraut) heraus und bin schon kurz davor, die Salatpflänzchen zu vereinzeln, die wie durch ein Wunder die Trockenzeit überstanden haben, als ich merke, dass ich immer noch die Klamotten von der Geburtstagsfeier anhabe. Mit weißer Bluse in der feuchten Erde herumzuwühlen ist vielleicht doch nicht so eine gute Idee. Da Umziehen nicht mehr lohnt, entschließe ich mich, meinem Magen mit einem kräuterhaltigen alkoholischen Getränk etwas Gutes zu tun, da entweder der Ketchup oder die Grillwurst der Geburtstagsfeier ein flaues Gefühl hinterlassen haben.