Archive for the ‘Gern gesehene Gäste’ Category

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Schwalbennest

15. Juni 2012

Offenbar wegen der Trockenheit haben die Rauchschwalben sich lange Zeit mit dem Nestbau gelassen. Dafür ging es jetzt umso schneller. Voraussetzungen: Überdachung, ein Balken, ein Nagel und Band als Unterlage.

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Die Mehlschwalben haben es auch wieder am Ostgiebel versucht, aber wie jedes Jahr ist ihr Nest von den Spatzen gekapert worden. Bisher sind die jedoch jedes Mal abgestürzt. Mal sehen, ob es diesmal gut geht.

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Winterimpressionen

22. Februar 2009

Wenn ich so auf die letzten Jahre zurückblicke, dann sind Schnee und Eis bei uns doch eher die Ausnahme im Winter geworden. Aus dieser Sicht betrachtet, war dieser Winter ungewöhnlich winterlich: Eine längere Frostperiode Anfang Januar ermöglichte es uns zumindest auf einem benachbarten Dorfteich einmal Schlittschuh zu laufen, und in den letzten eineinhalb Wochen hatten wir sogar so viel Schnee, dass die Kinder ihre Schlitten herausholen konnten.

Aufmerksame Leser haben bemerkt, dass ich vom Winter als vergangen geschrieben habe. Tatsächlich bin ich fest davon überzeugt, dass das Tauwetter, das über das Wochenende eingesetzt hat, eine erste Überleitung zum Frühling darstellt, und dass wir deshalb die kältesten Tage hinter uns haben. Was mich so sicher macht? — Die Wacholderdrosseln sind verschwunden, wahrscheinlich auf dem Weg in nördlichere Gefilde.

wacholderdrosseln

Zu beobachten sind diese grauen Vögel mit der braun gesprenkelten Brust bei uns nämlich nur im Winter. Und wenn ich mich richtig erinnere, habe ich sie auch nur in solchen Wintern gesehen, in denen tatsächlich Frost herrschte. Während im ganzen Januar Schwärme zu beobachten waren, die durch die Gegend flogen, tauchten die relativ scheuen Tiere bei uns in den Gärten erst mit dem Schnee auf, um in kürzester Zeit die Beeren von den Sträuchern zu fressen, welche die Amseln bisher verschmäht hatten. Zuerst hatten sich nur ein oder zwei Vögel blicken lassen, aber dann fiel der ganze Schwarm ein. Sowohl die Hagebutten der Hundsrose als auch die knallroten Beeren, mit denen meine beiden Schneeballsträucher voll behangen waren, wurden innerhalb kürzester Zeit vertilgt.

wacholderdrosseln-hagebutten

Dass sie sich hier in der Siedlung nicht mehr blicken lassen, kann natürlich damit zusammenhängen, dass sie auch in den anderen Gärten alles abgefressen haben. Mir gefällt aber die Vorstellung besser, dass sie schon auf dem Weg zurück in ihre Brutgebiete sind.

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Vogelfutter

16. Dezember 2008

Vögel im Winter zu füttern ist nicht ganz unproblematisch. Zum einen finden sie genügend Futter in der Natur, solange nicht über mehrere Tage eine geschlossene Schneedecke liegt. Und zum anderen bringt man dadurch auch schwächere, kranke Vögel über den Winter, die dann unter Umständen im Frühjahr den Zugvögeln Reviere und Nistplätze streitig machen.
Trotzdem hänge ich regelmäßig Futter aus, denn die Versammlungen an den Futterstellen bringen so viel Leben in den Garten in einer ansonsten trüben, toten Zeit, dass ich sie nicht missen möchte. Im Gegensatz zu den letzten Jahren habe ich dieses Jahr früher damit angefangen, denn die Vögel erkunden schon im Spätherbst mögliche Futterstellen und finden solche nicht mehr, die dann erst im Januar oder Februar eingerichtet werden. Da in unserer Nachbarschaft schon seit über einem Monat fast alle ihre Futterhäuschen bestückt hatten, wurde es auch für mich langsam Zeit, denn es kamen kaum noch Vögel zu Besuch in den Garten, weil das Futter in der Nachbarschaft bequemer zu erreichen war.

Ich hätte natürlich fertiges Vogelfutter kaufen können, aber mit Kindern macht es auch Spaß, selbst Fettfutter anzurühren:
Für die Verpackung werden etwa fünf kleinere Tontöpfe (ganz Kreative bemalen sie oder verzieren sie vorher noch mit Serviettentechnik) und dickes Band zum Aufhängen benötigt. Die Bänder werden in ca. 40cm lange Stücke geschnitten (abhängig von der Größe der Töpfe) und so geknotet, dass eine Schlaufe zum Aufhängen entsteht und darunter noch  Band von ca. 10-15 cm Länge verbleibt. Die  Schlaufe wird von unten durch das Loch des Topfes gezogen, wobei der Knoten als Stopper dient. Die Bandenden knotet man auch zusammen; dies dient später als Halt für die Vögel. Ganz wichtig ist hier Hygiene, damit die Futterstellen nicht zu Brutstätten von Krankheiten werden: Die Tontöpfe reinige ich vorher gründlich und spüle sie dann mit kochendem Wasser aus. Außerdem verwende ich nur sauberes Band, und nicht welches, das irgendwo noch herumliegt.
Für die Füllung benötigt man 500g gehärtetes Pflanzenfett, ungeschälte Sonnenblumenkerne, Haferflocken, Nüsse etc.
Das Fett wird im Topf geschmolzen, sodass man dann Körner und Kerne hineinrühren kann. Die Menge der Körner sollte so bemessen sein, dass das Fett praktisch von der Körnermischung aufgenommen wird. Anschließend lässt man das Ganze etwas erkalten, bevor man es in die Töpfe füllt. Ganz ohne Kleckern geht es dabei nicht ab und man muss auch damit rechnen, dass etwas Fett aus den Löchern hinausläuft; deshalb lege ich immer ein altes Tablett unter.

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Wie man sieht, war das Tablett, das ich zunächst draußen vergessen hatte, schnell ein Anziehungspunkt für die ersten Besucher. (So trübe wie auf diesem Bild ist es übrigens bei uns schon seit Wochen, mit Ausnahme von ein oder zwei Tagen vielleicht.)
Seitdem meine fünf Tontöpfe im Garten verteilt hängen, tobt hier regelmäßig eine Schar von Blau- und Kohlmeisen durch, denen ich stundenlang zusehen könnte. Oft bringen sie sich erst im Gebüsch in Stellung, bevor sie die Töpfe anfliegen, und erschrecken sich manchmal gegenseitig, wenn mehrere das gleiche Versteck anvisiert haben. Im Gefolge befinden sich meist noch ein Rotkehlchen und ein Buchfink nebst mehreren Spatzen, die sich zwar selbst nicht an die Töpfe heranhängen können wie die Meisen, die aber geduldig warten, bis etwas für sie herunterfällt.

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Kulturfolger

1. August 2008

Heute war ein eher trauriger Tag. Die Häsin, welche immer unseren Garten als Aufzuchtstube für ihre Jungen verwendet, ist qualvoll im Maschendrahtzaun verendet. Wahrscheinlich ist sie gestern Abend vom Hund aufgescheucht worden und hat sich in ihrer Panik durch die viel zu enge Öffnung gezwängt, in der sie dann mit den Hinterläufen hängenblieb. Da wir sie erst heute Nachmittag entdeckten (nicht mal der Hund hat etwas von dem Unglück mitbekommen), kam jede Hilfe zu spät und wir konnten sie nur noch herausschneiden, um sie dann zwei Spaten tief im Garten zu vergraben.
Zum Glück sind die beiden Jungen groß genug, um schon allein zurechtzukommen. Man sieht sie vor allem beim Gießen. Sie mögen es gar nicht, wenn sie unversehens eine Dusche über den Kopf bekommen, sodass sie dann unvermittelt unter der Staude oder dem Strauch hervorpreschen, unter dem sie sich gerade versteckt hatten.
Im Gegensatz zu unseren Hasen, für die der Aufenthalt im Garten doch eher Stress bedeutet, bereiten wir seit einigen Tagen einer zerrupften kleinen Amsel regelmäßig eine Freude, indem wir einen großen Teil der Rasenfläche umgraben, um eine Kräuterspirale anzulegen. Aufgrund der anhaltenden Trockenheit kommen die Vögel zurzeit kaum an Würmer für die Aufzucht der Jungen heran, denn der Boden ist hart wie Beton und die Regenwürmer haben sich in den tieferen Schichten in kleinen Erdhöhlen eingerollt. Unsere Amsel hat nun gemerkt, dass sich ihr große Mengen von Futter erschließen, wenn sie sich bei unseren Grabungsarbeiten in Position bringt. Inzwischen ist sie so zutraulich geworden, dass sie bis auf Armeslänge herankommt und sich auch nicht vom Hund stören lässt, der meist in der Nähe liegt. Selbst wenn ich gerade nicht am Buddeln bin, folgt sie mir durch den Garten und schaut mich immer wieder auffordernd an, dass ich doch bitte den Spaten wieder in die Hand nehmen möge, um sie mit Frischfutter zu versorgen.

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Schmetterlingsraupen

8. Juli 2008

Endlich ist der Regen auch bei mir angekommen, sodass ich mich getraut habe, die halb verblühten und vertrockneten Stauden zurückzuschneiden. Es ist überhaupt verwunderlich, dass nur so wenige Pflanzen eingegangen sind, da an vielen Stellen der Boden völlig ausgetrocknet war. Als ich meinen mir Anvertrauten bat, mir dabei zu helfen, die überjährigen Erdbeeren auszugraben, musste er mit der Pickhacke den Boden aufbrechen, der trotz vorherigen Wässerns immer noch hart wie Beton war. In den nächsten Tagen werde ich auch noch den Rest des Japanischen Eidechsenkrauts (die rot-grünen Blätter rechts im Bild) aus dem Vorgarten entfernen, weil es sich hier zu einer wahren Plage entwickelt hat. Es ist zwar ein farbenprächtiger Bodendecker, aber mit seinen tiefen Wurzeln, die immer neue Ausläufer bilden, drohte es mir, die Blaubeeren, das Heidekraut und auch die benachbarten Bodendeckerrosen zu erdrücken. Einen Großteil habe ich schon an Nachbarn verschenkt — fairerweise habe ich sie auch gewarnt. Und der Rest kommt nach hinten in den Garten unter die Hecke, wo es sich so weit ausbreiten kann, wie es will.

Bei solchen Arbeiten scheucht man natürlich immer wieder Kleintiere auf, wie diese Raupe, und wundert sich, was für ein Falter einmal daraus werden wird. Weil man Schmetterling und Raupe selten nebeneinander sieht (eine Ausnahme ist natürlich der Kohlweißling), fällt die Bestimmung dann recht schwer, vor allem da auch die meisten Bestimmungsbücher nicht immer beides aufführen. Umso begeisterter war ich über die Internetseite von Walter Schön, der auch netterweise auf meine Email antwortete und mir half, diese Raupe als Bärenspinnerraupe (Fleckleibbär) einzuordnen.

Außerdem erfuhr ich hier, dass es sich bei diesem wunderschönen Tier um die Raupe der Grasglucke handelt.

Und diese, die ich letztes Jahr an meinen Rosen knabbernd gefunden habe, ist die Raupe der Pyramideneule. Anders als viele Schnecken hat sie die Begegnung mit mir überlebt. 🙂

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Ablenkung

2. Juni 2008

Das Schönste daran, dass ich nur teilzeit arbeite, ist, dass ich einmal in der Woche einen freien Tag habe, Montag. Und das Schönste an diesem freien Tag ist, dass ich den Vormittag ganz für mich allein hab, um in Ruhe meine Korrekturen oder Unterrichtsvorbereitungen zu erledigen: Die Kinder sind in der Schule, und mein mir Anvertrauter ist mit irgendwelchen Arbeiten oder Besorgungen beschäftigt, sodass ich nicht damit rechnen muss, jede Minute gestört zu werden.

Heute nun hatte ich mir bei dem schönen Wetter den Luxus gegönnt und es mir mit meinen ganzen Materialien auf der Terrasse gemütlich gemacht, eine nicht ganz so weise Entscheidung, wie sich herausstellen sollte. Ständig wuselten irgendwelche Vögel durch den Garten, sodass nicht die rechte Konzentration aufkommen wollte, weil ich natürlich beobachten musste, was sie alles so anstellten. Und als dann auch noch dieser Jungspatz unser Sonnensegel erkundete, war es ganz aus.

Also mussten doch wieder die Abendstunden herhalten — obwohl ich eigentlich keine Nachteule bin.
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Gartenvogelzählung

26. Mai 2008
Dummerweise habe ich in diesem Jahr die Stunde der Gartenvögel verpasst. An den Ergebnissen, die der NABU derzeit veröffentlicht, ist unser Garten deshalb leider nicht beteiligt. Allerdings hätten wir den bundesweiten Trend (Spatz, Amsel, Kohlmeise) im Wesentlichen bestätigt. Außerdem hätte ich noch Stare, Hänflinge, Gartenrotschwänze, Blaumeisen sowie Zaunkönige und Buchfinken im Angebot gehabt. Wenn die Staudenkornblumen ihre Samen ausbilden, dann werden auch wieder die Stieglitze hier vermehrt zu Besuch kommen.
Darüber hinaus gibt es auch eine Menge kleiner grauer Vögel, bei deren Bestimmung ich mich recht schwer tue: Wenn noch nach meinem Fernglas suche und dann mein Vogelbuch zur Hand nehme, um einen genauen Vergleich anzustellen, sind sie schon lange wieder in der Hecke verschwunden, und ich stehe da mit meinen Vermutungen. War es nun ein Fitis? Eine Gartengrasmücke? Ein Gartenlaubsänger?
Umso mehr habe ich mich deshalb über ein Geschenk zweier lieber Freundinnen gefreut, den Vogelstimmen-Trainer. Hierbei handelt es sich um eine CD mit Begleitbuch, auf der die verschiedenen Lautäußerungen der 175 wichtigsten Vogelarten zu hören sind. Je nachdem, wo man die Vogelstimme gehört hat (Garten, Feld, Wald, Gebirge, Binnengewässer, Meer), kann man die einzelnen Gesänge und Rufe anwählen, was einem durchaus hilft, einen Vogel noch nachträglich zu bestimmen, der sich ins Heckendickicht zurückgezogen hat, sich aber dort zwischen den Ästen über die Störung aufregt.
In Zukunft werde ich also öfter mit Stöpseln im Ohr im Garten zu sehen sein. 🙂