Archive for August 2006

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Nachtrag

21. August 2006

Offenbar sieht das Tier, eine Wespenspinne, gefährlicher aus, als es ist, wie auf folgender Seite nachzulesen ist: http://nafoku.de/spinnen/agriope.htm.

Einen ersten Schreck bekam ich aber, als ich die Warnung auf einer Seite der Uni Bonn sah.

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Giftspinne??

21. August 2006


Die Kinder haben heute im Garten eine Spinne entdeckt. Irgendwie sieht sie nicht nach einer einheimischen Spezies aus. Das Netz ist trotz ähnlicher Radnetzform um einiges stabiler als das einer Kreuzspinne. Selbst nach mehrmaligem Zupfen durch Kinderhände war es noch unversehrt. Von oben nach unten ist zentral ein Zickzackmuster gesponnen, offenbar um den Spinnenkörper, der im Zentrum auf Beute lauert, zu kaschieren. Der Test mit einer Wespe ergab, dass diese ohne Probleme überwältigt und unverzüglich eingesponnen wurde.

Etwas unheimlich mutet dieses Tier schon an. Im Haus möchte ich es jedenfalls nicht haben.

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Starverkäufer

19. August 2006

Letzte Woche habe ich bei einem bekannten Discounter einen Komposter oben auf meine anderen Einkäufe gepackt und mich auf den Weg zur Kasse gemacht. Normalerweise sind die Schlangen an den Kassen immer gleich lang — dieses Mal aber hatte ich offensichtlich Glück: Während an all den anderen Kassen längere Schlangen waren, befand sich nur ein älterer Herr vor mir, der sich auf die Schnelle eine Zeitung und ein paar Zigaretten gekauft hatte. Oh Klasse, dachte ich, um nur kurze Zeit später herauszufinden, dass dies kein Zufall gewesen war:

Verkäufer: Na, da haben Sie sich mit diesem Teil ja einiges vorgenommen.

Kundin: (in nicht ganz ernstem Tonfall) Wir müssen schließlich unsere Leichen im Keller entsorgen. Ich habe irgendwo gelesen, dass man die Qualität des Komposts erheblich erhöhen kann, wenn man den ein oder anderen Körper mit verrotten lässt.

Verkäufer: (oberlehrerhaft, während er die anderen Waren einscannt) Na, das würde ich Ihnen nicht raten. Die Spurensicherung der Kripo ist inzwischen so gut, dass Sie Ihnen früher oder später auf die Schliche kommen werden. Einen Mord zu begehen lohnt sich einfach nicht…

Kundin: (stutzt, weiß nicht, was sie sagen soll)

Verkäufer: Es wäre viel besser, eine Bank zu überfallen, das Geld auf die Bahamas — ups, da habe ich doch glatt die Oliven zweimal eingescannt. Moment, das haben wir gleich. So, jetzt stimmt es wieder. — Natürlich muss man auch die richtigen Kanäle kennen, um das Geld sicher zu transferieren, denn was nützt einem der schönste Raubüberfall, wenn …

Kundin: (versucht nicht mehr zuzuhören, packt mit abgewandtem Gesicht die Waren ein, nur um nicht unbeabsichtigt auffordernde Signale zu senden, die der Verkäufer aber anscheinend nicht benötigt, denn er redet ununterbrochen weiter)

Eine abschließende Überprüfung ergab, dass auch das Tomatenmark doppelt eingescannt war, aber ich brachte es nicht über mich, dies zu reklamieren — wer weiß, wann ich dann aus dem Laden herausgekommen wäre. In Zukunft werde ich mich jedenfalls bei der längsten Schlange anstellen. Mit Sicherheit geht es dort am schnellsten ….

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Endlich Regen …

14. August 2006


Es soll so ein altes Sprichwort geben (römisch? chinesisch?): Wen die Götter strafen wollen, dem erfüllen sie seine Wünsche. Meinen Regen habe ich also bekommen. Es regnet jetzt schon den zweiten Tag ununterbrochen. Halt so verschiedene Varianten von Sturzregen, Nieselregen, Sprühregen, Monoton-auf-die-Erde-und-gegen-die-Fenster-prasselnder-Regen in Verbindung mit Sturmböen, die dafür sorgen, dass alle höher wachsenden Stauden und Blumen wie Stockrose, Sonnenhut, Goldrute, Sonnenblumen platt auf der Erde liegen. Was den Himmel anbelangt, wechseln verschiedene Grauschattierungen sich ab; es ist kaum vorstellbar, dass sich dahinter so eine strahlende Farbe wie Blau verbergen könnte.

Dafür sind die Zierkürbisse mindestens einen halben Meter gewachsen, und Pflanzen, die ich wegen der Trockenheit schon fast abgeschrieben habe, richten sich wieder auf. Auf dem Rasen sind nur noch wenige braune Flecken zu sehen — es ist erstaunlich, wie schnell sich alles erholt. Wenn es morgen tatsächlich einmal aufhört zu regnen, lassen sich die Schäden schnell beseitigen.

Bis dahin muss ich mich mit Bildern von freundlicheren Tagen begnügen. Angefügt habe ich eines von Ende Juli, als der Weizen auf dem Feld hinter unserem Haus noch nicht abgemäht war.

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Omas Geburtstag

8. August 2006

Wofür Regen doch nützlich sein kann – abgesehen vom Blumengießen. Das Besondere daran ist, dass es noch nicht einmal regnen muss. So geschehen auf einer Geburtstagsfeier. Versammelt die gesamte Verwandtschaft, um das übliche Ritual abzuhalten: von Kuchenessen, Kaffeetrinken, Nichten-Neffen-Enkelkinderbewundern, Austausch über das Wetter (es regnet immer noch nicht, es ist der trockenste Sommer seit Menschengedenken), Autos, Urlaub auf Mallorca/ in der Türkei/ zu Hause bis zum Anstoßen mit Gesang auf das Geburtstagskind und anschließendem Grillen mit in der Hitze leicht verfärbtem Grillfleisch, fettem Kartoffelsalat und Ketchup, der seit zwei Jahren abgelaufen ist.

Und dann taucht eine dunkle Wolke auf. Onkel R. blickt zum Himmel, runzelt sorgenvoll die Stirn mit den Worten: „Jetzt müssen wir uns aber beeilen“. Sofort kommt Hektik auf; das restliche Grillgut wird in Sicherheit gebracht (Hoffentlich hat niemand im Ernst vor, es noch morgen zu essen); Geschirr, Tische und Stühle werden hastig zusammengeräumt; und während die eine Gruppe sich in der kleinen Küche zusammendrängt und den Abwasch macht, stellt die andere die alte Ordnung auf dem Hof her, damit Blumenkübel und Gartenzwerge auch nicht eine Nacht an der falschen Stelle zubringen müssen.

Es ist immer noch kein Tropfen gefallen, aber die ganze Aktion hat das lang ersehnte
Zeichen zum Aufbruch gegeben. Mit unverhohlener Erleichterung verabschiedet sich einer nach dem anderen, glücklich, dass trotz der ganzen Hektik nicht doch noch der Notarzt geholt werden musste.

Endlich wieder zuhause. Es hat tatsächlich noch geregnet. Auch wenn nur die Oberfläche etwas angefeuchtet ist, hat der Garten förmlich aufgeatmet. Der Staub ist aus der Luft verschwunden, sogar der braune Rasen sieht schon wieder etwas frischer aus, als ob neues Grün sprießt (oder ist das nur Einbildung?).

Es juckt mich schon wieder in den Fingern; hie und da zupfe ich das ein oder andere Unkraut (politically correct: Wildkraut) heraus und bin schon kurz davor, die Salatpflänzchen zu vereinzeln, die wie durch ein Wunder die Trockenzeit überstanden haben, als ich merke, dass ich immer noch die Klamotten von der Geburtstagsfeier anhabe. Mit weißer Bluse in der feuchten Erde herumzuwühlen ist vielleicht doch nicht so eine gute Idee. Da Umziehen nicht mehr lohnt, entschließe ich mich, meinem Magen mit einem kräuterhaltigen alkoholischen Getränk etwas Gutes zu tun, da entweder der Ketchup oder die Grillwurst der Geburtstagsfeier ein flaues Gefühl hinterlassen haben.