Archive for the ‘Werkzeuge’ Category

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Fünf gute Gründe, Gartenhandschuhe zu benutzen

3. März 2008
  1. Komfort: Gartenhandschuhe gibt es in allen Formen und Größen, wasserdicht oder atmungsaktiv, modisch oder zweckmäßig.
  2. Kälteschutz: Gerade jetzt in der feucht-kalten Jahreszeit machen klamme Finger die Arbeit oft zur Quälerei.
  3. Sauberkeit: Wenn man mit beiden Händen in der Erde wühlt oder beim Jäten mit Pflanzensäften in Berührung kommt, lagert sich der Dreck nicht nur unter den Fingernägeln und auf der Haut, sondern auch in der Haut an, sodass auch anschließendes heftigstes Schrubben nicht zum gewünschten Erfolg führt. Gerade Pflanzensäfte (Löwnzahn, Schöllkraut) hinterlassen ziemlich echte Flecken.
  4. Handpflege: Es gibt kein besseres Rezept für trockene Haut und rissige Fingernägel als Unkrautjäten mit bloßen Fingern. Zusammen mit den nicht zu entfernenden Verfärbungen (s.3) ergibt sich ein recht ungepflegtes Erscheinungsbild, mit dem man nicht unbedingt repräsentative Funktionen wahrnehmen möchte.
  5. Verletzungsschutz: Wer bei Schneidemaßnahmen oder beim Entrümpeln sich schon mal die Finger mit Splittern und Dornen gespickt und auch anschließende eitrige Abzesse von nicht entfernten Splittern erlitten hat, weiß schützende Handschuhe zu schätzen. Auch beim Umgraben und Hacken leisten sie einen guten Dienst, um Schwielen und Blasen zu vermeiden.

…und warum ich sie dann doch meistens nicht benutze:
Handschuhe sind wie eine störende Barriere. Ich muss die Erde bei der Gartenarbeit anfassen, spüren — das macht für mich den Reiz aus. Unkräuter (pardon: an ungünstigen Stellen wachsende Wildkräuter) lassen sich mit den bloßen Händen viel besser fassen. Der Schnitt von Rosen und Bäumen wird wesentlich genauer, wenn nicht noch eine trennende Schicht Stoff oder Leder dazwischen liegt. Die Kratzer spüre ich immer erst hinterher.

Und noch etwas Störendes an Handschuhen: Sie liegen nie da, wo man sie sucht. Oder wenn man welche findet, sind es garantiert die des Ehegatten … 🙂

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Mähen

21. Juli 2007

Hier geht es nicht um eigene Ernte, sondern um das Rapsfeld hinterm Haus, das gestern abgemäht wurde. Einen Vorgeschmack auf das, was folgen sollte, erhielt ich schon in der vorherigen Nacht. Kurz vor Mitternacht dröhnte es direkt hinter unserem Schlafzimmerfenster, wie es schien, laut auf, ich wurde von Lichtschein geblendet und war natürlich im Gegensatz zum Rest der Familie sofort wach. Das ganze Feld schien voller Maschinen, deren Lichter gespenstisch auf und ableuchteten. Hätte ich es nicht von den Vorjahren gewusst, wäre ich in Versuchung geraten, an einen Angriff von Aliens zu denken.
Trotz des Aufruhrs stellte sich am nächsten Morgen heraus, dass sie nur die äußere Runde gemäht hatten. Erst am späten Nachmittag rückte die Armada wieder an, nachdem sie sich offenbar zuvor ein anderes Feld vorgenommen hatte: zunächst zwei Mähdrescher gefolgt von zwei Treckergespannen. 2mahdrescher.jpg

Nach einer guten Stunde erhielten sie Verstärkung vom dritten Mähdrescher, der noch das Nachbarfeld zuende bearbeitet hatte. Alles war generalstabsmäßig organisiert — kein Stillstand, kein Leerlauf. Sobald der Speicher eines Dreschers voll war, ging ein Treckergespann längsseits, und während der Mäher weiterlief, wurde der Anhänger befüllt. Fabrikmäßige Ernte, von Landromantik keine Spur. Am selben Abend war das Feld leergeräumt, aber bis spät in die Nacht — erst unterbrochen von einem heftigen Regenschauer — dröhnten weiter entfernt noch die Motorengeräusche.

Heute habe ich denn auch den Reh-Schutz entfernt, da die Tiere nun — hoffentlich — nicht mehr so dicht ans Haus herankommen werden. Zusätzlich zum Weidezaun im Vorgarten musste ich meine Westerland-Rosen an der rückwärtigen Hecke schützen, denn ein Reh — genauer: eine Ricke mit Kitz — hatte es sich zur Angewohnheit gemacht, regelmäßig über den Gartenzaun zu springen und besagte Rosen abzufressen. Aus diesem Grund habe ich Lappen mit Stinköl beträufelt (gibts in der Apotheke und riecht noch schlimmer als es heißt) und dazwischengehängt. Gewirkt hat es, wie man an dem dunkelroten Neuaustrieb zwischen den abgefressenen Stummeln erkennt, aber den wunderschönen, intensiv-fruchtigen Duft der Rose kann man selbst auch nicht genießen, solange die Lappen dort hängen.

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Gartenschere verlegt

2. Juli 2007

Seit gestern vermisse ich meine Gartenschere. Zwar liegen noch diverse andere Scheren herum, aber trotzdem ist dies eine mittelschwere Katastrophe, gerade jetzt, wo allerorten etwas zu schneiden ist.

Diese Schere (von Masters, viel zu teuer auf einer Gartenausstellung gekauft, aber nie bereut) war bis vor kurzem meine ständige Begleiterin: Stauden einkürzen, Stängel zerteilen, Rosen und Büsche zurückschneiden, die ein oder andere Schnecke zerteilen — alles ohne großen Kraftaufwand, da sie durch die Teflonbeschichtung extrem gleitfähig war, sich sehr gut nachschärfen ließ und perfekt in der Hand lag. Im Vergleich dazu sind all die anderen Scheren stumpf, schwergängig oder einfach zu groß.

Leider hat auch meine systematische Suche nichts gebracht. Den frisch aufgeschichteten Komposthaufen durchwühlt, alle Eimer und die Schiebkarren ausgeleert, unter der Hecke und zwischen den frisch zurückgeschnittenen Stauden gesucht — alles ohne Erfolg. Ich kann nur hoffen, dass sie irgendwo durch Zufall wieder auftaucht, aber wahrscheinlich werde ich vorher die Nerven verlieren und mir eine neue kaufen.

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Motorsense

25. Mai 2007

Eine Motorsense ist ein praktisches Gerät. Man kann mit ihr bequem auch in Hanglage oder verwinkelten Ecken hohes Gras abmähen. Im Gegensatz zu vielen elektrischen Modellen kommt sie auch mit dichterem Gestrüpp zurecht, solange es nicht verholzt ist.

Eine Motorsense hat aber auch Nachteile. Erstens, sie ist laut, und zwar auf eine sehr penetrante, durchdringende Weise. Wenn sie im Einsatz ist, macht es keinen Spaß, sich im Garten oder der Umgebung aufzuhalten. Zweitens, sie verfügt über kein eigenständiges botanisches Wissen. Hier ist also der Maschinenführer gefragt, dessen Pflanzenbestimmungskenntnisse aber hauptsächlich darin bestehen, alles für Unkraut zu halten, was hoch und buschig wächst. Auf diese Weise sind schon einige Flurschäden entstanden. Zum Glück sind Knöterich und Hundsrose, die beide am Zaun wachsen, sehr robust und haben sich von der Attacke im letzten Jahr wieder gut erholt. Dieses Mal hat es aber eine Stockrose erwischt, die in unserer Schmuddelecke schon zu beachtlicher Größe herangewachsen war und diese bald mit ihren Blüten verschönert hätte. Es sieht nicht so aus, als ob sie überleben würde….

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Rasenkanten

30. März 2007

Der Rasen hat die unangenehme Eigenschaft, immer wieder in die Beete hineinzuwachsen, sodass die Kanten mindestens zwei Mal im Jahr abgestochen werden müssen. Das ist eine von den eher lästigen Arbeiten — genau wie das Rasenmähen, das ich aber erfolgreich an Mann und Sohn delegiert habe. (Frau muss ja nicht in allen Punkten auf Gleichberechtigung bestehen….) Allein dadurch, dass wir einige Graswege im Vorgarten angelegt haben, kommt schon eine ordentliche Strecke zusammen. Hinten vor dem Gebüschstreifen sind es dann noch einmal vierzig Meter, da sich das Grundstück zum Feld hin wie ein Fächer weitet. Und da ich mindestens ein neues Beet im Jahr anlege, wächst von Jahr zu Jahr auch die Rasenkante.

Aus diesem Grund ist auch der Rasenkantenstecher zu meinem Lieblingsarbeitsgerät geworden. Zu Beginn habe ich die Arbeit noch mit dem Spaten erledigt, aber das war recht mühselig, vor allem da der Spaten leicht gebogen ist und so die Linie immer etwas ausgefranst wirkte. Der Kantenstecher hingegen erleichtert die Arbeit wirklich. Die Schneide ist halbmondförmig, ca. zehn Zentimeter tief und messerscharf. Der obere Griff, welcher sich etwa auf Hüfthöhe befindet, ist mindestens doppelt so breit wie bei einem Spaten, sodass man sich bequem aufstützen kann. Aufgrund dieser Bauweise geht das Abstechen fast mühelos, zumindest erfordert es einen erheblich geringeren Kraftaufwand als mit dem Spaten. Außerdem wird durch den breiten Griff der Rücken geschont, weil man mit beiden Händen gleichmäßig das Gerät herunterdrücken und die Grassode herausheben kann.

Ein weiterer Vorteil: Stauden lassen sich problemlos teilen. Gerade jetzt im Frühjahr lege ich deshalb den Rasenkantenstecher kaum aus der Hand.