Archive for Juni 2008

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Lilienhähnchen

30. Juni 2008

Man liest immer, dass man die leuchtend roten Käfer absammeln soll, die im Frühjahr auf den sprießenden Lilien herumkrabbeln. Ich wusste es natürlich besser: Die paar Löcher, die die Tierchen in die Blätter hineinfressen, werden die Pflanzen schon überstehen. Allerdings hatte ich nicht bedacht, dass die Lilienhähnchen auch Eier legen und dass die daraus schlüpfenden Larven sich dann anschließend mit Heißhunger über die Pflanzen hermachen. Systematisch fressen sie die ganzen Stängel von unten bis oben kahl.

Und nicht nur das: Offenbar um sich vor Fressfeinden zu schützen, umgeben sie sich ganz und gar mit ihrem eigenen Kot, sodass man die eigentlichen Larven darunter kaum erkennen kann. Ein durch und durch unappetitlicher Anblick. Und Anfassen macht erst Recht keinen Spaß.

Die Blätter, die man auf dem Bild erkennen kann, sind wirklich die letzten an der ganzen Pflanze. Ähnlich sieht es mit fast allen Lilien aus. Nur die, die ich verspätet gesetzt habe, sind verschont geblieben. Da ich jetzt nicht mehr abwarten möchte, ob sich die Larven rechtzeitig verpuppen, bevor sie die Blüten erreichen, habe ich sie alle abgekratzt und „aus dem Garten entfernt“, wie es so schön heißt.

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Stachelbeersägeblattwespen

26. Juni 2008

Auf den ersten Blick sehen die Larven dieser Hautflügler wie Schmetterlingsraupen aus (die erwachsenen Tiere habe ich bisher noch nicht bewusst wahrgenommen).

Zunächst fallen sie gar nicht auf. Man wundert sich nur beim flüchtigen Hinsehen, dass man an den Stachelbeer- und Johannisbeerbüschen mit einem Mal die Früchte so gut sehen kann. Das liegt dann daran, dass die eigentlich ganz harmlos aussehenden schwarzbepunkteten hellgrünen Larven nach und nach die Büsche von oben bis unten kahl fressen, wenn man die Tierchen nicht vorher absammelt. Die Sträucher erholen sich zwar schnell wieder von der Attacke und die Früchte bekommen so eine Extraportion Sonnenlicht ab, aber die kahlen Strünke sind doch auf die Dauer sehr traurig anzusehen.

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Ablenkung

2. Juni 2008

Das Schönste daran, dass ich nur teilzeit arbeite, ist, dass ich einmal in der Woche einen freien Tag habe, Montag. Und das Schönste an diesem freien Tag ist, dass ich den Vormittag ganz für mich allein hab, um in Ruhe meine Korrekturen oder Unterrichtsvorbereitungen zu erledigen: Die Kinder sind in der Schule, und mein mir Anvertrauter ist mit irgendwelchen Arbeiten oder Besorgungen beschäftigt, sodass ich nicht damit rechnen muss, jede Minute gestört zu werden.

Heute nun hatte ich mir bei dem schönen Wetter den Luxus gegönnt und es mir mit meinen ganzen Materialien auf der Terrasse gemütlich gemacht, eine nicht ganz so weise Entscheidung, wie sich herausstellen sollte. Ständig wuselten irgendwelche Vögel durch den Garten, sodass nicht die rechte Konzentration aufkommen wollte, weil ich natürlich beobachten musste, was sie alles so anstellten. Und als dann auch noch dieser Jungspatz unser Sonnensegel erkundete, war es ganz aus.

Also mussten doch wieder die Abendstunden herhalten — obwohl ich eigentlich keine Nachteule bin.