Archive for the ‘Steine’ Category

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Kräuterspirale

14. Oktober 2008

Mit einer Kräuterspirale hatte ich schon seit einiger Zeit geliebäugelt, denn zum einen sieht so eine Anlage gut aus und zum anderen hatte mich die Idee schon immer begeistert, für alle Kräuter mit ihren unterschiedlichen Lebensbereichen ein einziges Beet anzulegen. Bisher sind meine Kräuter quer durch den ganzen Garten verteilt und erfüllen eher eine Rolle als Zierpflanzen, weil man immer den ganzen Garten ablaufen muss, um eine interessante Mischung z.B. für ein Salatdressing zusammenzubekommen. Das hat zwar auch seinen Reiz, ist aber nicht so praktisch, wenn nebenbei noch das Essen auf dem Herd köchelt.
Die erste Frage, die sich stellte, war: Wo soll die Spirale hin? Eigentlich sollte sie auf der Westseite des Hauses zuerst direkt vor dem Küchenfenster ihren Platz finden. Die halb verrottete Windmühle und den Steinhaufen, wie sie noch im Beitrag Schmuddelecken zu sehen sind, haben wir inzwischen entsorgt, und der Treppenabgang von der Terrasse ist jetzt auch endlich befestigt, sodass dies das Naheliegendste zu sein schien. Aber hier hätte der Platz nur für eine Mini-Anlage gereicht, die außerdem auch noch wie eine dazwischen gequetschte Notlösung gewirkt hätte. Darüber hinaus liegt dieser Bereich bis zum Mittag im Schatten, was für die meisten Kräuter eher ungünstig ist. Also kam nur noch der untere Teil des Gartens mit seiner riesigen Rasenfläche in Betracht, was direkt zur zweiten Frage führte: Wie groß sollte die Spirale werden?
Auf der Bauskizze, die mein mir Anvertrauter in weiser Voraussicht vor einiger Zeit aus einem Gartenmarkt mitgenommen hatte, hieß es, dass ein Durchmesser von drei Metern Minimum wäre. Da genug Platz da war, steckten wir den Bereich noch etwas großzügiger (ca. 3,50m) ab, sodass man östlich und westlich noch gut mit dem Rasenmäher daran vorbeikommt.
Nun standen wir Ende Juli also am Anfang der eigentlichen Arbeiten. Obwohl ein verwandter Garten- und Landschaftsbauer meinte, es reiche als Bodenvorbereitung aus, nur im äußeren Bereich die Rasensoden abzustechen,  haben wir dann doch die ganze Fläche umgegraben. Denn die ersten Grabungen zeigten, dass unter der Rasenfläche massenhaft Schachtelhalmwurzeln lagen, die nun, so weit es ging, mit ausgegraben werden mussten. Dies gestaltete sich sehr schwierig, weil der Boden wegen der langen Trockenzeit hart wie Beton war. Trotz gründlichen Wässerns war es eine Knochenarbeit, hier den Boden aufzubrechen. Zum Glück half mir dabei unser Großer, dem die Plackerei durch Aufbesserung des Taschengeldes versüßt wurde. Nebenbei fielen auch noch Regenwürmer zum Angeln ab, die er sich aber, wie ich an anderer Stelle schon erzählt habe, mit einer Amsel teilen musste.
Der Aushub wurde auf einer großen Plane auf dem Rasen zwischengelagert; die Grassoden nach Heraussammeln der Schachtelhalmwurzeln mit der grünen Seite nach unten in die Mulde gelegt. Anschließend habe ich alles mit Branntkalk abgestreut, einmal um den Verrottungsprozess der Grassoden zu beschleunigen und dann um etwa noch verbliebenen Schachtelhalmresten das Leben schwer zu machen.
Jetzt kam der schönste Teil: Steine sammeln. Von einem bekannten Bauunternehmer und einem Landwirt hatten wir die Erlaubnis, uns von deren Steinhaufen mit Feldsteinen zu versorgen. Ich weiß jetzt gar nicht mehr, wieviele Fuhren wir unternommen haben, aber mehr als fünf Mal haben wir bestimmt den Kofferraum vollgepackt.

Da die Grassoden als Untergrund zu weich waren, musste ich vor dem Anlegen der Mauer noch eine spiralförmige Rinne ausheben, die anschließend mit Bausand verfüllt wurde, damit die Steine einen besseren Halt hatten. Dann wurde der erste Ring gelegt. Parallel zur Anlage der Mauer wurde die Erdmischung eingefüllt, damit die Steine nicht wieder wegbrachen. Und diese Mischung ist der eigentliche Clou der Kräuterspirale, denn je tiefer gelegen der Abschnitt ist, desto reichhaltiger wird auch die Erde. Im Zentrum, das am höchsten liegt, wird der Mutterboden großzügig mit Sand vermischt, und bevor diese Mischung eingefüllt wird, kommt noch eine ordentliche Drainageschicht aus Kies und Schotter darunter. Je weiter man zum Ausgang der Spirale, und damit nach unten kommt, desto weniger Sand und mehr Kompost mischt man unter die Erde. Entsprechend der Erdmischung wird dann auch bepflanzt: Oben im trockensten und sonnigsten Bereich finden die mediterranen Kräuter wie Rosmarin, Salbei und Thymian ihren Platz, weiter unten dann die eher feuchtigkeitsliebenden Minzen.
Der letzte Abschnitt war die Feuchtzone. Erst hatte ich vor, nur eine Sumpfzone anzulegen, aber irgendwie wurde dieser Bereich immer größer, sodass schließlich ein Mini-Teich entstand, den wir mit Teichfolie auslegten. An der breitesten Stelle beträgt der Durchmesser etwa einen Meter, die Wassertiefe in der Mitte des Teiches etwa 40cm. Für die Einfassung haben wir dann aber keine Feldsteine genommen, sondern größtenteils ist meine Sammlung an Strandsteinen hier eingearbeitet worden. Dadurch dass sie von Sand und Wellen glattgeschliffen worden sind, wirken sie viel intensiver als die trüben Feldsteine. Im nächsten Jahr soll dann noch eine Pumpe installiert werden, wobei dann ein Wasserstrahl durch einige durchlöcherte Flintsteine hindurchplätschern soll. Mal sehen.
Auf jeden Fall war ich überrascht, wie schnell sich Leben in so einem kleinen Teich ansiedelt. Das Wasser war kaum eingelaufen, da tummelten sich auch schon der erste Rückenschwimmer und einige Schwimmkäfer darin, und ein Grund, warum dieser Artikel erst so spät nach Abschluss der Arbeiten erscheint, besteht darin, dass ich abends mich lieber noch mit einem Gläschen Wein an den Teich gesetzt habe, als den Rechner einzuschalten. 🙂
Zunächst wollte ich wie empfohlen bis zum nächsten Frühjahr die Spirale noch nicht bepflanzen, damit die Erde Zeit zum Absacken hatte. Um einen zu großen Unkrautwuchs zu vermeiden, säte ich deshalb Phacelia und im unteren Teil den Rest meiner Saattüte Pak Choi aus, der sich hier inzwischen auch recht gut entwickelt hat. Den Vorsatz, erst im Frühjahr die Mehrjährigen zu pflanzen, habe ich aber nicht lange durchgehalten, denn es juckte mich dann doch immer wieder in den Fingern, wenn ich auf dem Markt oder im Pflanzenmarkt an interessanten Kräutern vorbeikam. Diese Neukäufe mussten natürlich sofort eingepflanzt werden…. Im Moment besteht die Spirale deshalb zu großen Teilen aus einem hellgrünen Phaceliateppich, in den große Löcher hineingerupft wurden, um Platz für die Neuankömmlinge zu schaffen.

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Schatzsuche

26. Oktober 2007

Wir sind dann doch noch in den Urlaub gefahren. Nachdem es den Patienten zum Wochenbeginn erheblich besser ging, lasen wir am Dienstagmorgen kurzentschlossen die halb ausgepackten Sachen wieder zusammen, stopften alles ins Auto und fuhren los. Auch wenn der gesunde Menschenverstand die Frage stellte: „Lohnt sich das eigentlich noch? — Acht bis neun Stunden Hin- wie Rückfahrt auf der Autobahn bei verbleibenden vier Tagen? Aber wir alle hatten das Gefühl, dass es sein musste und, um es kurz zu fassen, es hat sich gelohnt.

Abgesehen vom guten Essen bei den Verwandten (davon einmal fünf Forellen, die unser Großer gleich am ersten Tag geangelt hatte) und der durch die warmen Oktobertage wunderbar weichgezeichneten Landschaft im Land der Staufer war sogar noch eine Schatzsuche für uns drin, und zwar im Steinbruch Kromer bei Holzmaden. Dabei war dies gar nicht geplant, keiner von uns hatte zweckmäßige Kleidung, geschweige denn Werkzeug dabei. Den Tipp erhielten wir im Museum Hauff in Holzmaden, wo wir zunächst die ausgestellten, kunstvoll präparierten Fossilien bewunderten. Die Kinder waren hier zwar nicht so begeistert, aber dadurch dass die ortstypische Schichtung des Schiefergesteins originalgetreu nachgebaut war, erhielt man einen anschaulichen Eindruck von den geologischen Gegebenheiten.

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Der Hit war dann aber doch der Steinbruch. Werkzeug (Hammer und Meißel) konnte geliehen werden und so stapften wir durch die Schieferhalden und klopften, was das Zeug hielt. Sogar der Ehegatte, der mich nur noch an Sandstrände begleitet, weil ihn die ewige Steinsucherei nervt, war mit Feuereifer bei der Sache, weil eine Platte schönere Fossilien als die nächste enthielt. Sehr hilfsbereit waren auch die Arbeiter im Steinbruch, von denen wir den Tipp erhielten, die Platten mit Tiefengrund zu imprägnieren, um die Fossilien und vor allem die Pyritschicht zu konservieren. Nachdem wir unsere Schätze mehr schlecht als recht im Auto verstaut hatten — zum Glück hatten wir eine alte Decke dabei, in die wir die empfindlichen Platten einwickeln können.

In den nächsten Urlaub nehme ich auf jeden Fall mein eigenes Werkzeug mit. Denn ich muss zugeben, dass wir einige sehr schöne Stücke kaputtgeschlagen haben, einfach weil der Hammer zu lose bzw. der Meißel zu stumpf war. Wenn man dann die schönen Stücke nachbearbeitet, kommt ein großer Respekt vor den Präparatoren auf, denn es ist unheimlich viel Geduld und Fingerspitzengefühl notwendig, will man nicht mit einem zu lässig angesetzten Schlag alles zerstören.

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Die oben abgebildeten Platten lagen beim Fotografieren auf meinem Esszimmertisch, wo wir sie zuvor imprägniert hatten. Dadurch verliert der Schiefer zwar seine natürliche graue Farbe und wird fast schwarz, allerdings kann man nicht alles haben. Voraussichtlich stammen die Ammoniten (Asteroceras? Harpoceras?) aus dem Unteren Jura. Ganz sicher bin ich mir aber nicht, weil der Abraum wild durcheinander lag und man nicht erkennen konnte, aus welcher Schicht genau die Platten stammten. Und zugegebenermaßen habe ich nicht genügend Erfahrung, um genaue Bestimmungen anhand von plattgedrückten Exemplaren und einer limitierten Auswahl von Bestimmungsbüchern zu machen.

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Nachlässigkeit

4. Mai 2007

Dummheit muss bestraft werden. Wenn man Steine aufklopft, sollte man Handschuhe anziehen, denn der Hammer ist schnell abgerutscht. (Eine Schutzbrille ist auch nicht schlecht wegen der Splitter; bis jetzt hat aber meine normale Brille ausgereicht.)

Um also auf das Abrutschen zurückzukommen: genau das ist mir passiert in einem kurzen Moment der Unachtsamkeit. Der Hammer landete mit voller Wucht auf dem Daumenballen, darunter der aufzuschlagende Stein (Zuckerkalk, ziemlich hart). Das  dazwischen liegende Gewebe platzte förmlich auf, und das mitten am Strand. Zum Glück sind in jedem Verbandskasten Pflaster.

Also Vorsatz fürs nächste Mal:

  • Handschuhe mitnehmen
  • Pflaster in die Tasche stecken (das Auto stand noch fünfhundert Meter entfernt und mit blutendem Daumen im Mund bin ich die Steilküste hochgeklettert)
  • vernünftigen Geologenhammer kaufen, damit die Steine leichter aufzuschlagen sind

Mit der Gartenarbeit werde ich mich wohl die nächsten Tage zurückhalten müssen. Selbst beim Tippen tut die Hand weh und im Daumen ist kaum Kraft.

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Marienkäferlarven auf rotem Orthocerenkalk

29. April 2007

Da wegen des kalten Nordostwindes die Gartenarbeit keinen Spaß macht, hatte ich mich heute in eine geschützte Ecke zurückgezogen, um meine gesammelten Steine aufzuklopfen, unter anderem dieses Stück Orthocerenkalk, aus dem ich noch eine Trilobitenschale herauspräparieren wollte. Dabei habe ich aber die frisch geschlüpften Marienkäferlarven entdeckt, sodass der Stein unter den Rosen auf seine weitere Bearbeitung warten muss, bis sich die Kleinen (ca. 1mm groß) auf den Pflanzen verteilt haben. Es gibt schließlich noch jede Menge Blattläuse zu vertilgen. Und wenn diese trockene Witterung anhält, wird dies nicht besser werden.

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Windschutzmauer

28. März 2007

Die Mauer ist jetzt fertig, allerdings nur der erste Teil. Denn der eigentliche Windschutz wird aus Holz konstruiert, in dass dann noch ein altes Eisenfenster eingepasst werden soll. Am Wochenende wollen wir noch einmal die Antiquariate und Flohmärkte in der Gegend abklappern, ob wir nicht noch ein zweites von der Sorte finden können. Da die Wand etwa vier Meter in den Garten hineinragt, würde sie mit zwei Fenstern wesentlich besser aussehen.

Außerdem brauchen wir noch Ideen, wie wir den neu entstandenen Platz zwischen Terrasse (Holzdeck) und Mauer gestalten. Pflastersteine wären sehr schön, sind aber nicht wasserdurchlässig. Mal schauen, was die Baumärkte so im Angebot haben …. Wenn der Platz dann endgültig fertig ist und noch ein Strandkorb hinzukommt, dann wird dies eine richtig gemütliche Ecke.

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Wege anlegen

27. März 2007

An die Anlage des Gartens sind wir ziemlich planlos herangegangen. Wo es passte, sind Beete entstanden, und auch die Wege dazwischen sind eher zufälliger Natur. Wir haben sie einfach dort gelassen, wo sowieso alle langgingen. Dadurch haben sie aber vor allem im Vorgarten eine schöne geschwungene Form erhalten. Auf den breiten haben wir einfach Gras wachsen lassen (mehr Rasen gibt es im Vorgarten auch nicht, abgesehen von der Auffahrt), die schmaleren habe ich vorletztes Jahr mit einer dicken Schicht Rindenmulch abgestreut. Da sich diese Schicht langsam auflöst und sich immer mehr in die angrenzenden Beete verflüchtigt, wollte ich etwas Beständigeres haben.

Hier kommt mir wieder meine Sammelleidenschaft zugute. Vom Strand hatte ich schon mehrfach flachgeschliffene Steine mitgebracht, um sie als Trittplatten in die Beete zu legen. Ein Großteil war aber zu klein dafür, und so habe ich angefangen, diese Mini-Natursteinplatten in den Wegen zu verlegen. Durch die unterschiedlichen Farben wirkt dies jetzt sehr lebendig und hebt sich gut von dem dunklen Rindenmulch ab. Zwischen die Fugen werden dann noch niedrige Bodendecker gepflanzt, damit sich dort kein Unkraut ausbreitet.

Ein Fachmann hätte sicher noch den Untergrund bearbeitet, damit alle Steine fest liegen, aber da die Wege sowieso nur für Pflegemaßnahmen benötigt werden, reicht das völlig aus. Der ein oder andere Stein, der noch wackelt, tritt sich mit der Zeit schon fest.

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Mauerbau

13. März 2007

Wind ist ein Problem, wenn das Haus exponiert auf einem Hügel liegt. Da auch die Bepflanzung noch nicht so hoch ist, dass sie den Wind abhält, gibt es im Garten wenig geschützte Stellen. Ein Windschutz tut also Not, vor allem auf der Terrasse, denn die Flechtwände, die wir dort aufgestellt haben, wirken eher als Schleuse, denn als Schutz.

Deshalb freue ich mich auf die Mauer, kombiniert mit einer Holzverschalung sowie einem alten gusseisernen Fenster als Durchblick, die jetzt an der Südseite am Entstehen ist. Für die Basis werden die restlichen Klinker verwendet, die vom Hausbau noch übrig waren. Damit schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe: Zum einen passt die Mauer farblich zum Haus, und zum anderen verschwindet endlich der hässliche Steinhaufen am unteren Ende des Gartens. (Eine gute Gelegenheit ein neues Beet anzulegen…)

Glücklicherweise ist auch unsere Kleine damit einverstanden, dass wir ihren Sandhaufen etwas umsetzen, der sich jetzt noch direkt an der Südseite befindet. So kann jetzt endlich auch dieser Bereich zwischen dem Ende der Holzterrasse und der neu entstehenden Mauer gestaltet werden. Hier soll eine lauschige Grillecke entstehen (vielleicht mit einem selbst gemauerten Grill, wenn noch genügend Steine übrig bleiben — aber wo bekommt man einen passenden Grillrost her?), denn auf dem Holzdeck zu grillen ist uns zu riskant.