Archive for Dezember 2007

h1

Ungeheuer

30. Dezember 2007
„Iiiiihhhh!“ Ein schriller Schrei unterbricht das ohnehin nicht sehr unterhaltsame Fernsehprogramm. Und noch einmal: „Iiiiihhhh!“ Da ist jemand in höchster Not. Als ich mit Höchstgeschwindigkeit die Treppe heraufeile, steht mir schon unsere Kleine tränenüberströmt und zitternd gegenüber. „Eine Ratte! Eine Ratte ist über die Bettdecke gelaufen!“ Ganz unpädagogisch und wenig mitfühlend muss ich lachen, denn das erscheint dann doch zu absurd. Es halten sich zwar immer wieder Ratten auf unserem Grundstück auf — der Kompost zieht sie magisch an, auch wenn nur pflanzliche Abfälle darauf landen — aber eine Ratte im Haus, die sich unbemerkt an unserem Hund vorbeigeschlichen hätte, das war dann doch zu absurd. Hier forderte wohl der übermäßige Fernsehkonsum über die Feiertage (unter anderem Harry Potter) seinen Tribut. Während also der inzwischen herbeigeeilte Ehegatte akribisch mit der Taschenlampe jeden einzelnen Winkel durchsucht (es könnte sich ja vielleicht doch eine der vielen Mäuse hereingeschlichen haben), mache ich mit der Kleinen sportliche Übungen, um die Gruselgedanken zu vertreiben.
Trotz intensivster Suche findet sich aber nicht die kleinste Spur eines solchen Mitbewohners, und wir beschließen gerade, zur Sicherheit die Mausefallen vom Dachboden zu holen und aufzustellen, als in dem Moment eine dicke schwarze Spinne die Wand hinter dem Bett hochkrabbelt. Wir schauen uns an und lachen: Wenn die Nerven nur gespannt genug sind, dann hört sich das Kratzen von Spinnenbeinen auf der Bettdecke wie Rattenfüße an. (Glücklicherweise ängstigt sich unsere Kleine nicht vor Spinnen :))
h1

Marzipanblätter

18. Dezember 2007

Hier also mit etwas Verspätung das Rezept für die Marzipanblätter (der Duft zieht jetzt gerade verführerisch durchs Haus). Wenn man die Menge verdoppelt, kommt man auf genau die Anzahl von Eigelb, welche bei der Produktion der Schokomakronen übrig bleiben.

Weil man meistens nicht alles an einem Tag abbacken kann, kann man die Eigelbe auch schon vorher mit dem Amaretto vermischen. So halten sie sich ohne Probleme ein paar Tage im Kühlschrank. — Wenn nicht der Ehegatte versehentlich daraus Rühreier macht … 🙂

Marzipanblätter

200g Mehl
100g Butter
50g Zucker
1 Ei
1 Vanilleschote oder Vanillearoma (Vanilleschote ist natürlich um Klassen besser)
   
200g Marzipan, 50g Puderzucker
3 Eigelb
2cl Amaretto
  Schokostreusel

Aus dem Mehl, der Butter, dem Zucker, 1 Prise Salz, 1 Ei (u.U. etwas Wasser) und dem Inhalt der Vanilleschote einen Mürbeteig zubereiten und eine halbe Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.

200g Marzipan mit ca. 50g Puderzucker zwischen zwei Lagen Backpapier ausrollen (etwa 40×20).

Den Mürbeteig etwas breiter als das Marzipan ausrollen, mit dem mit Amaretto vermischten Eigelb bestreichen und die Schokostreusel darüber streuen. Das Marzipan darüberlegen und genauso bestreichen. Das Ganze zusammenrollen und eine halbe Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.

Von der Rolle ½ cm dicke Scheiben abschneiden, mit der Eigelb-Masse bestreichen und bei 200°C ca 12Min. backen.

h1

Wer will fleißige Maulwürfe sehn …

14. Dezember 2007

Seit etwa Oktober sind unsere Maulwürfe wieder vermehrt aktiv. Wie viele es sind, weiß ich nicht, aber ich glaube nicht, dass alle Haufen im Garten unterirdisch durch ein einziges Gangsystem miteinander verbunden sind. Es muss sich also um mehrere Familien handeln — oder sind Maulwürfe Einzelgänger?

 

Merkwürdigerweise wird kaum in den Sommermonaten gebuddelt, sondern erst, wenn es im Garten ruhiger ist. Und: Maulwürfe sind bequem. Auf den Rasenflächen findet sich kaum ein Haufen, weil der schwere Lehmboden hier sehr verdichtet ist. Das Gewühle spielt sich also in den Beeten ab und vor allem unter bzw. neben unseren gepflasterten Flächen, wo der Kies den Wühlaktivitäten kaum Widerstand entgegensetzt. Unsere mit Rasensteinen gepflasterte Auffahrt sackt schon an einigen Stellen ab, ebenso unsere neue Sonnenterrasse, kein Wunder, wenn solche monumentalen Burgen entstehen:

maulwurfshugel.jpg

 

Vergrämungsmaßnahmen, die ich allerdings nur halbherzig durchgeführt habe, hatten wenig Erfolg. Kurzfristig haben sich die Tierchen vom Klappern und Surren der in die Hügel gesteckten Windspiele beeindrucken lassen, aber das hielt nicht lange vor. Jetzt Flaschen dort einzugraben, um Windgeräusche zu erzeugen, dazu hatte ich bisher keine Lust. Außerdem will ich die kleinen Wühler gar nicht wirklich vertreiben. Als Vertilger von Schnecken und allerhand anderem Kleingetier sind sie mir nämlich hochwillkommen. Wenn ich sie nur davon überzeugen könnte, ein wenig umzuziehen…

h1

Der Weihnachtshund

4. Dezember 2007

Das Gedicht „Die Weihnachtsmaus“ von James Krüss, wenn ich mich nicht irre, dürfte jedem bekannt sein. Durch alle Strophen hindurch zieht sich die empörte Frage, wer denn nun wohl diese oder jene Leckerei entwendet hat.“Wer hat die ganzen Schokomakronen gegessen?“, so die entsetzte Frage unseres Großen, der mehrere Bleche für den Weihnachtsbasar gebacken und in einer — offenen — Dose in der Küche deponiert hatte. Schlaftrunken — es war kurz vor sechs Uhr morgens, also fast noch vor dem Aufstehen — äußerte ich die Vermutung, dass mein mir Anvertrauter wieder nicht an der Dose hatte vorbeigehen können. Dieser bestritt das aber heftigst, und als ich nach unten kam, um mir die Bescherung anzuschauen, glaubte ich ihm: In der großen Dose war nur noch die unterste Lage Makronen vorhanden. Das hätte keiner von uns in dieser kurzen Zeit geschafft.
Da blieb nur noch einer übrig, dessen morgendliches Begrüßungsritual an diesem Tag außergewöhnlich mau ausgefallen war: unsere Hundedame Dina. Obwohl sonst enorm gut erzogen, konnte sie wohl nicht dem köstlichen Duft der Makronen widerstehen, der die ganze Nacht in ihre Nase zog. Dabei hatte sie nicht einmal die die Dose verrückt. Sie muss sich wohl einen Keks nach dem anderen geangelt haben und ist entweder nicht an die unterste Lage herangekommen oder war dann tatsächlich so abgefüllt, dass nichts mehr hineinging.

Hier das Rezept (in der Adventszeit muss ich etwa dreimal nachbacken, damit wir auch Weihnachten davon noch welche haben):

400g gem. Haselnüsse (Allergiker können auch Mandeln verwenden)
200g gem. Zartbitterschokolade
6 Eiweiße
300g Zucker

Zum Verzieren geviertelte Belegkirschen oder ganze Haselnüsse
Backoblaten oder Backpapier als Unterlage

Eiweiß zu Schnee schlagen, langsam den Zucker einrieseln lassen. Gemahlene Nüsse und Schokolade unterheben. Mit zwei Teelöffeln Makrönchen formen und garnieren. Bei 180°C 15-20Min. backen.

Um die Eigelbe aufzubrauchen, gibt es schöne Mürbeteigrezepte. Wenn ich Zeit habe, folgt demnächst mein Lieblingsrezept, das ich vor Jahren von einer ehemaligen Studienkollegin erhalten habe: Marzipanblätter.