Archive for Juni 2007

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Aufräumen

30. Juni 2007

Auch wenn der Sturm vor drei Tagen die ein oder andere Staude umgeknickt und die restlichen Blütenblätter der Rosen davongefegt bzw. durch den Regen entstellt hat, so sind wir doch einigermaßen glimpflich davongekommen. Es war sowieso an der Zeit aufzuräumen: Stauden wie den Ziersalbei, die Katzenminze, Glockenblume und den restlichen Rittersporn habe ich wie zuvor schon die Lupinen bis einige Zentimeter über dem Boden abgeschnitten. Sie werden noch einmal frisch austreiben um dann bis in den Herbst hinein zu blühen. Die Bartnelken, welche in allen Schattierungen von weiß bis dunkelrot überall im Garten verteilt waren, habe ich jetzt fast alle herausgerissen und deren Samen an anderen Stellen ausgestreut. Ein Rückschnitt lohnt sich nicht, da es in der Regel keine Nachblüte gibt und im nächsten Jahr die Blüte relativ spärlich ausfallen würde. Dann lieber frische Pflanzen — so wird sich nächstes Jahr wieder ein völlig anderes Bild im Mai und Juni ergeben.
Es rächt sich — eigentlich wie jedes Jahr –, dass ich die hohen Stauden und Blumen nicht abgestützt hatte. Etliche Stockrosen, die jetzt gerade anfangen zu blüchen, sind umgeknickt, ebenso die Silberdistel und die Sonnenblumen. Wie immer binde ich sie notdürftig mit Band zusammen, aber so richtig schön sieht das nicht aus. Deshalb werde ich jetzt nach und nach Stützen aus Weidengeflecht basteln. Die sind stabil und sehen auch im Winter gut aus bzw. wenn die Stauden zurückgeschnitten sind.Durch das Abschneiden und Herausreißen werden Pflanzen sichtbar, von denen ich gar nicht mehr wusste, dass es sie noch gibt. Besonders gefreut habe ich mich über eine Taglilie, die ich im letzten Jahr aus einem Baumarkt „gerettet“ hatte. (Eigentlich ist es Quatsch, dort reduzierte Ware zu kaufen, da die meisten so erworbenen Pflanzen dann doch eingehen, aber diesmal habe ich Glück gehabt.) Am meisten war ich überrascht, dass die Blüte genau die Farbe wie auf dem Etikett hat: ein kräftiges Pink, zum Kelch hin heller werdend. Einfach umwerfend.

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Schneckenmanie

27. Juni 2007

Wo immer sich zwei Hobbygärtner dieser Tage begegnen, kommt das Thema unweigerlich auf die Schnecken, die sich während der letzten feucht-warmen Wochen explosionsartig vermehrt haben. Die Schilderung der Schäden, welche diese wieder angerichtet haben, kommt Unbeteiligten so vor wie Anglerlatein und wird nur von denjenigen überboten, denen ein Rudel Damwild durch den Staudengarten marschiert wird. Dieses Blog bildet da keine Ausnahme….Kaum ein lebendes Wesen kann im Gärtner jedoch solche Hassgefühle wecken wie die (Nackt-)Schnecken, deren schleimiges Äußeres die Antipathien noch verstärkt, sodass sich die Bekämpfung zu einer regelrechten Obsession entwickelt, der Außenstehende ratlos kopfschüttelnd gegenüberstehen. Wann erkennt man, dass man selbst Gefahr läuft, dieser Manie zu verfallen, sodass man dringend über professionelle Hilfe nachdenken sollte? Die folgende Checkliste mag helfen:

  • Man ertappt sich dabei, dass man im Gartencenter lieber ein aggressiveres Schneckenkorn kaufen will als Ferramol, weil man bei letzterem nicht sieht, wie viele Viecher auf der Strecke geblieben sind.
  • Man zieht es vor, am Feierabend auf Schneckensuche zu gehen, als mit dem Ehegatten gemütlich vorm Fernseher zu sitzen.
  • Man benötigt jeden Abend mindestens eine Stunde, um den gesamten Garten abzulaufen, damit auch die letzte Schnecke vernichtet wird. Bei Bedarf geht man auch noch einmal im Dunkeln mit der Taschenlampe los.
  • Man bittet den Nachbarn um Erlaubnis, auch auf seinem Grundstück tätig werden zu dürfen.
  • Man legt eine Excel-Tabelle an, um eine aussagekräftige Statistik über die getöteten Schnecken zu erhalten.
  • Auf der Landstraße kann man nur mit Mühe der Versuchung widerstehen, möglichst viele Schnecken zu überfahren, welche gerade die Fahrbahn überqueren.
  • Zeigen Freunde einem ihren Garten, greift man unwillkürlich zu etwas Scharfem, sollte sich dabei eine Schnecke zeigen.
  • Bei Feiern verlassen andere fluchtartig mit grünlichen Gesichtern den Raum, weil man schon wieder detailliert die Schwierigkeiten der Schneckenbekämpfung schildert.
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Rapskäfer

22. Juni 2007

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Genauer Rapsglanzkäfer, der wie im letzten Jahr (Archiv, Abendblatt) wieder vermehrt auftritt und es einem wahrlich verleidet, die Nase in duftende Rosenblüten zu stecken. Wenn man auf die Daten der Archivartikel schaut, dann ist dies erst der Anfang, denn der Höhepunkt der letztjährigen Plage fand etwa Mitte Juli statt.
Will man nicht alle Pflanzen mit Insektiziden einsprühen, ist die Bekämpfung fast unmöglich. Letztes Jahr habe ich bei den am schlimmsten befallenen Planzen einen gewissen Erfolg mit Gelbschalen gehabt (mit gelbem Wasser gefüllte Plastikschalen; es ist aber wahrscheinlich einfacher, wenn man gleich gelbe Behälter nimmt ;)). Allerdings war dies nur ein Tropfen auf dem heißen Stein — letztlich half nur Abwarten. Irgendwann waren die Käfer wieder verschwunden.

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Schneckenfalle

17. Juni 2007

Diejenigen, welche wie ich abends oder bei feuchtem Wetter durch den Garten gehen und versuchen, möglichst viele Schnecken zu vernichten, haben bestimmt über viele Methoden nachgedacht, wie man diese Prozedur beschleunigen könnte.

Viel wäre schon getan, wenn sich die Viecher alle an einem Ort aufhielten, von dem man sie nur noch abzusammeln brauchte. Also findet sich häufig der Tipp, man möge doch Holzbretter im Garten ablegen, unter denen sich die Tiere verstecken, sodass man sie nur noch absammeln müsse, um dann mit ihnen zu tun, was immer man sich vorgenommen habe. Das funktioniert schon, aber nur begrenzt, denn es lockt keine einzige Schnecke aus dem Unterholz hervor. Außerdem stören diese Bretter im Garten, denn sie müssen ganz schön groß sein, um genügend Schnecken Platz zu bieten. Ähnliches gilt für ausgehöhlte Gurken oder Melonen.

Unbeabsichtigt bin ich jetzt auf die ideale Fangpflanze gestoßen. Schnecken lieben abgeschnittenes, verrottendes Material (deshalb kontrolliere ich auch regelmäßig meinen Kompost). Das wusste ich auch schon vorher und suche deshalb regelmäßig den Haufen ab, auf dem ich all das Schnittgut sammle, dessen Samen ich nicht mit dem Kompost im Garten verteilen will. In den letzten Tagen hatte ich die verblühten Reste der Mondviole darauf geworfen und musste nun feststellen, dass man die Stengel vor lauter Schneckenleibern nicht mehr sehen konnte. (Lupine und Rittersporn, die sonst auch zu den Lieblingspflanzen gehören, funktionieren nicht halb so gut.) Diese Schnecken werden jedenfalls nicht mehr in mein Gemüsebeet einwandern und keine Chance haben, die zum dritten Mal ausgesäten Zucchini-Pflanzen zu vernichten.


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Häschen in der Grube

10. Juni 2007

Die Häsin, zu deren Revier unser Grundstück gehört, hat einen zweiten Wurf Junge (drei habe ich bis jetzt auf einmal gesehen) in diesem Jahr in die Welt gesetzt. Offenbar eignet sich unser Garten besonders gut als Kinderstube, denn sie hoppeln in den Morgen- und Abendstunden munter herum, wenn sie sich unbeobachtet glauben. Werden sie gestört, laufen sie nicht etwa weg, sondern verschmelzen praktisch mit der Umgebung, sodass man geradezu über sie stolpern muss, um sie zu entdecken.

Da der Hund in der Nähe war, habe ich nicht lange mit den Kameraeinstellungen herumexperimentiert. Umso realistischer ist das Bild, denn ich bin bestimmt dreimal an dem Häschen vorbeigegangen.

Übrigens: Schaden richtet so ein Junghase wenig an. Das Schlimmste war bislang ein Alttier, das in unserem ersten Gartenjahr Funkien und Hortensien so glatt abgefressen hatte, dass ich die Kinder verdächtigt hatte, mit der Gartenschere herumexperimentiert zu haben. Wenn große Schäden im Salatbeet usw. entstehen, dann waren es mit großer Wahrscheinlichkeit nicht die Feldhasen, sondern eher ihre kurzohrigen Verwandten, die Kaninchen.

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Tag des offenen Gartens

6. Juni 2007

Am 23. und 24. Juni ist es wieder soweit: Privatgärten in Norddeutschland öffnen ihre Pforten für alle Gartenfreunde am Tag des offenen Gartens. Da heißt es bummeln, fachsimpeln, Ableger erstehen und viele Ideen für die eigene Gartengestaltung gewinnen. Aus einem Hanggarten in Ascheberg, Kreis Plön, brachte ich die Idee mit, Drahtseile über die Terrasse zu spannen, damit die Ramblerrose daran entlangklettern und so nach und nach eine schattige Laube bilden kann. Aus anderen Gärten Ideen, was sich so mit Flechtzäunen alles anstellen lässt; z.B. ein Stützgerüst für die Brombeere zu bauen (hat leider nur zwei Jahre gehalten, aber für nächstes Jahr habe ich mir vorgenommen, die Paeonien auf diese Weise abzustützen) oder Mini-Zäune am Gemüsebeet, damit der Hund den Übergang vom Rasen zum Beet als Grenze erkennt, ohne dass man den Garten durch sperrige Anlagen verunzieren müsste (Der Zaun steht noch, wird aber wohl nach dem nächsten Winter erneuert werden müssen). Irgendwie muss ich noch herausfinden, wie ich, ohne Holzschutzmittel zu verwenden, die Weidenruten haltbarer machen kann, damit sie nicht so schnell verwittern.