Archive for September 2009

h1

Umdenken

27. September 2009

Gerade heute haben wir den letzten Tropfen aus unseren Zisternen herausgesaugt. Entweder es regnet in der nächsten Woche oder es werden noch weitere Pflanzen dieses Jahr nicht überleben. Meine Lieblingsclematis habe ich schon erwähnt, aber diverse Stauden (u.a. so robuste Arten wie Pfingstrosen, Goldrute und auch Funkien!) und Gehölze wie Hortensien, Rhododendren, Eberesche zeigen erhebliche Trockenschäden, sodass noch mit weiteren Ausfällen zu rechnen ist.

Ich habe mir vorgenommen, diese Pflanzen nicht noch einmal zu pflanzen, zumindest nicht an dem Standort, an dem sie eingegangen sind. Vielmehr werde ich sie durch trockenheitstolerantere Arten ersetzen. Alle Arten von Glockenblumen kommen z.B. sehr gut durch längere Tockenphasen, ebenso Purpurglöckchen (Heuchera), Schwertlilien, Lupinen, Farne, Wollziest, Staudenkornblume, Elfenspiegel, Frauenmantel. Natürlich darf man auch Hauswurz und Fetthenne nicht vergessen wie auch die meisten anderen typischen Steingartenpflanzen.

An Gehölzen haben sich bei mir die Rosen als erstaunlich robust erwiesen — die Pfahlwurzeln reichen wohl tief genug hinab, um sich aus tieferen Bodenschichten mit Wasser zu versorgen. Keine Probleme bereiteten auch Sonnenröschen, Johanniskraut (Hypericum androsaemum), Efeu, Spiersträucher, Buchs.

Auch alles, was Zwiebeln oder Knollen hat, ist nicht so sehr durch Trockenheit gefährdet: Lilien, Alpenveilchen (Wildformen, nicht die hochgezüchteten Exemplare, die regelmäßig im Winter verfaulen), Herbstzeitlose und natürlich die gesamte Palette an Frühblühern.

Bei Gemüse wird es schon schwieriger. Ohne beständiges Wässern geht hier gar nichts, will man nicht Karotten mit holzigem Kern, Bonsaizwiebeln oder aufgeplatzte Kohlrabi ernten. Selbst Artischocken benötigen, wenn sie üppig gedeihen sollen, mehr Wasser, als man vermuten würde. Für die Gemüsebeete werde ich mir also nach und nach Bewässerungsschläuche anschaffen.

Das ist, was mir jetzt als Resümee dieses auslaufenden Gartenjahres einfällt. Falls jemand von Euch da draußen noch weitere Ideen hat, wie ich meinen Garten wüstentauglich machen kann, dann würde ich mich freuen, von Euch zu hören.

h1

Trockenheit

25. September 2009

Seit ich dieses Blog führe, habe ich immer wieder über die langen Trockenphasen geklagt.  Dass ich diesbezüglich so wehleidig reagiere, mag zum einen daran liegen, dass mein Lieblingswetter nun nicht gerade aus wochenlangem Sonnenschein besteht, sondern dass ich gerade in Frühling und Sommer jeden warmen Regenschauer genieße. Zum anderen zieht es mich wirklich runter, wenn die Pflanzen in der Trockenheit so leiden und man mit normalem Gerät nicht in den Boden kommt, weil dieser völlig hart gebacken ist.

Genau das ist jetzt wieder der Fall, und ich kann mich nicht daran erinnern, dass gegen Ende September schon einmal so wenig Feuchtigkeit im Boden war. Obwohl ich regelmäßig ausdauernd wässere, gelingt es mir gerade eben, die Pflanzen am Leben zu erhalten. Viele Bäume und Sträucher sind trotz der milden Tage und Nächte schon auf Herbstfärbung umgestiegen: Trockenstress. Die meisten Dahlien, die jetzt eigentlich ihren schönsten Auftritt hätten, mickern vor sich hin, und viele meiner Sonnenblumen, die ich nicht regelmäßig über den Sommer gegossen habe, sind im Bonsai-Format geblieben. Viel Spaß macht es so wirklich nicht….

h1

Sommerendeblues

12. September 2009

In den letzten Monaten habe ich dieses Blog doch arg vernachlässigt. Dies lag vor allem daran, dass der Sommer hier bei uns so schön war: fast durchgängig warme Tage, die dazu einluden, lange draußen zu sein. Die Lust, den Rechner anzuwerfen hielt sich deshalb sehr in Grenzen. Hinzu kam noch die lang anhaltende Trockenheit, die dazu führte, dass ich vor allem in den Abendstunden viel Zeit mit Wässern verbracht habe. Ganz erfolgreich war ich totzdem nicht: Zwei wunderschöne Clematisstauden sind mir eingegangen; besonders schade ist es um diese gefüllt blühende Sorte:

Clematis gefülltSelbst nachdem es vorletzte Woche ausgiebig geregnet hat, ist in die unteren Bodenschichten kaum Wasser hingekommen, sodass ich auch jetzt, Mitte September, immer noch regelmäßig wässern muss, damit der Kohlrabi nicht holzig wird und die Bohnen nicht vertrocknen.

Als Ausgleich  ist es immer noch warm genug, um morgens auf der Terrasse zu frühstücken und die Abendstunden draußen zu genießen, indem ich am Miniteich sitze und die Wasserkäfer und den Molch beobachte, der alle zehn Minuten vorsichtig an die Wasseroberfläche kommt, um Luft zu schnappen. Allerdings wirft der Herbst schon seine Schatten voraus: Die Blätter der Blaubeersträucher und auch des Gemeinen Schneeballs beginnen sich rot zu färben und die meisten Zugvögel wie Hänflinge, Grasmücken und Rotschwänze sind schon abgereist, sodass es draußen still zu werden beginnt. Vereinzelt sind noch Schwalben und Bachstelzen zu sehen, aber es wird nicht mehr lange dauern, bis auch sie sich auf den Weg machen.

Es bleibt also nur, diese schönen Tage zu genießen, sich auf einen farbenprächtigen Herbst zu freuen und den Gedanken an die kommenden trüben, dunklen Wintertage möglichst auszublenden.