Archive for the ‘Frühling’ Category

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Kinderstube

13. Mai 2012

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Nein, dieses Amseljunge hat sich nicht zufällig in einen Schuppen verirrt. Es ist auf seinem ersten Ausflug aus dem Nest und schaut sich aus sicherer Entfernung die große weite Welt an, die es in den nächsten Tagen  erkunden wird. Seit mit unseren neuen Nachbarn auch zwei Katzen zugezogen sind, ist das Leben für die Vögel schwieriger geworden, sodass sie immer dichter an uns heranrücken und den Unterstand neben der Garage als sicheren Nistplatz für sich entdeckt haben.

Dieses Junge dürfte inzwischen unabhängig sein, nachdem es mehrere Wochen noch intensiv vor allem vom Vater betreut wurde, während die Mutter schon wieder mit der Einrichtung eines neuen Nestes beschäftigt war. Und jetzt das Ungewöhnliche: Es ist nur einen Meter entfernt vom letzten, ganz dicht an der Tür zur Garage. Normalerweise wandern die Amseln einmal im Sommer durch den Garten, mit möglichst großem Abstand zum letzten Nest. Der Druck durch die Katzen scheint also enorm zu sein, vor allem da wir mehrmals täglich nur Zentimeter an ihr vorbeigehen, um Gartengeräte, Saat, Handschuhe oder auch Dünger aus der Garage zu holen bzw. wieder zurückzubringen.

Die Henne lässt sich nicht stören, schaut vielleicht ein bisschen skeptisch, aber das war’s auch schon. Gestern sind die Jungen geschlüpft — fünf Eier hatten wir gezählt. Das bedeutet wieder ordentlich Arbeit für die Eltern.

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Eisheilige

19. Mai 2008

Die Eisheiligen machen ihrem Namen alle Ehre: Nachts sinken die Temperaturen bis fast auf den Gefrierpunkt, tagsüber scheinen sie kaum über zehn Grad zu klettern, was vor allem an dem kalten Nordwind liegt. Dazu ist seit Wochen (Ende April) kein nennenswerter Regen gefallen. Die Schauer am letzten Samstag haben den Boden nur einmal oberflächlich angefeuchtet, darunter ist er aber noch knüppeltrocken. Der trockene, kalte Wind verstärkt die Verdunstung nur noch.

Wenn ich mir ein Beet vornehme, muss ich es zunächst eine halbe Stunde vorher wässern, weil die Arbeit sonst nicht nur auf das Werkzeug, sondern auch auf die Gelenke geht. Auf diese Weise habe ich nun endlich am Wochenende mein Gemüsebeet auf Vordermann gebracht, Karotten, Lauch, Bohnen und Zwiebeln eingesät. Kartoffeln hatte ich schon Ende April gelegt, sodass jetzt die ersten Blätter zaghaft aus der Erde lugen. Den vorgezogenen Salat habe ich zwischen die Erdbeeren und den Knoblauch in den Vorgarten gepflanzt, wo sich der Lollo Rosso schon ganz gut entwickelt hat. Der Kopfsalat mickert wegen der Trockenheit noch vor sich hin. In ein weiteres Beet im Vorgarten habe ich im Wechsel roten Stielmangold und Fenchel gesetzt. Hier sind sie wenigstens einigermaßen vor den Schnecken sicher, denen der Vorgarten zu trocken ist. Außerdem müsste das ein gutes Bild abgeben, wenn die Pflanzen größer sind. Nur für die Einfassung muss ich mir dann etwas anderes überlegen, weil das Vergissmeinnicht, das derzeit das Beet umrahmt, in den nächsten Tagen verblüht sein wird.

Allerdings ist jetzt auch meine Zisterne wieder leer und Nachschub ist in den nächsten Tagen nicht in Sicht. Auch im letzten Jahr hatte ich dieses Problem, allerdings gut zwei Wochen früher. Es scheint so, als ob der Frühling regelmäßig zur Trockenzeit wird. Hätten wir damals bloß die 6000-Liter-Variante genommen!

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Wind

22. April 2008
Auch wenn die ersten Schwalben eingetroffen sind und seit einigen Tagen strahlendster Sonnenschein herrscht, die wahren Frühlingsgefühle wollen sich einfach nicht einstellen. Der scharfe Nordostwind, der ständig weht — wie es scheint von Tag zu Tag heftiger — zerrt an den Nerven. Zudem sorgt der strahlend blaue Himmel für harte, kalte Farben, lässt die Pflanzen im Garten stumpf erscheinen. Selbst das Kornfeld hinter unserem Haus wirkt kalt und abweisend mit seinen grün-silbernen Wogen.
Nur in geschützten Ecken ist es im Garten auszuhalten, aber das sind nicht gerade die Orte, an denen man arbeiten möchte. Nicht nur dass es kalt ist, man muss auch ständig aufpassen, dass die Materialien an einem Ort bleiben: Hat man gerade den Unkrauteimer geleert, muss er beschwert werden, damit er nicht vom Wind durch die Gegend geblasen wird. Das Schnittgut von Stauden, das noch häufchenweise auf das Einsammeln gewartet hatte, ist sowieso in alle möglichen Ecken verteilt worden, und ans Aussäen — eigentlich das Schönste zu dieser Jahreszeit — ist erst recht nicht zu denken. Kurz gesagt, es macht einfach keinen Spaß.
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Und schon wieder die Schnecken

31. März 2008

Jeder Garten hat so seine spezifischen Probleme, sei es spezielle „Wildkräuter“, wie es heutzutage politisch korrekt heißt (ich sage nur „Schachtelhalm“) oder bestimmte Tiere, die sich alle Mühe geben, einem die Gartenfreuden gründlich zu vermiesen. Während ich Maulwurf, Rehe und sogar die Rapskäfer inzwischen mit Humor nehme, mich daran freue, wenn es den Junghasen in meinem Garten gut geht, gehören Nacktschnecken zu meinen absoluten Hassobjekten. Über diverse Vernichtungsstrategien habe ich mich hier schon mehrfach ausgelassen, und auch dieses Jahr wird es wohl noch viele Gelegenheiten geben, dieses Thema anzuschneiden, denn durch den milden Winter und das bisher sehr feuchte Frühjahr steht eine veritable Schneckenplage bevor. Krokusblüten, die völlig zerlöchert herunterhängen; Narzissen, deren Knospen schon kurz über dem Boden abgefressen wurden; Schwertlilien, deren Knospen bis in die Knolle hinein zurückgefressen wurden; Tulpen, deren Blätter vollständig durchlöchert sind; Primeln, bei denen sich nur noch die Blütenkelche ohne Blätter emporrecken — all das fördert nicht die Liebe zu diesen (noch kleinen) Tierchen. Da meine Kamera defekt ist, konnte ich keine Bilder machen, um vorzuführen, das kaum eine Blume aus der Nähe noch attraktiv aussieht.

Um den Einsatz von Schneckenkorn möglichst gering zu halten, habe ich jetzt wieder Fallen ausgelegt. Während man später die großen Exemplare gut mit abgeschnittenen Pflanzen anlocken und dann vernichten kann (ich benutze dazu meist eine Hacke oder Gartenschere), funktioniert das mit den Jungschnecken nicht so gut, weil sie einfach zu klein sind. Allerdings lieben sie Melonen, sodass jetzt bei mir überall im Garten umgedrehte Melonenschalen herumliegen, von denen ich sie dann am frühen Morgen absammle. Ausgehöhlte Gurken funktionieren genauso gut, aber Melonenschalen haben den Vorteil, dass man die Melone vorher noch essen kann. 🙂

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Ostereiersuche

25. März 2008

Dieses Jahr haben wir es zum ersten Mal, seit wir hier wohnen, geschafft, die Ostereiersuche draußen zu veranstalten. Die Jahre zuvor war es entweder zu nass gewesen oder es gab noch nicht genügend Verstecke mangels Bewuchs. Aber an diesem Ostersonntag herrschte strahlendster Sonnenschein; es war zwar a– äh — eisig kalt, aber wegen des Frostes auch trocken, sodass einer Freilandsuche nichts im Wege stand. Gnädigerweise hat unser Großer seiner kleinen Schwester das Suchen überlassen. Als fast Sechzehnjähriger kann man sich bei so einer kindischen Veranstaltung natürlich nicht mehr blicken lassen (aber die „Ernte“ nimmt man dann natürlich noch gern mit).

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Am meisten Spaß hatte jedoch unsere Hundedame, die ich versehentlich in den Garten gelassen hatte, nachdem schon alle Eier verteilt waren, während wir jedoch noch gemütlich am Frühstückstisch saßen. Mit einem Mal stand sie schwanzwedelnd vor der Terrassentür, etwas Blaues, Rundes im Maul haltend. Hm, da hat sie wohl wieder dem Nachbarshund den Ball geklaut, war mein erster Gedanke. Beim genaueren Hinsehen entpuppte sich der „Ball“ aber als eins der sorgsam eingefärbten hartgekochten Eier, die ich auch draußen versteckt hatte. Was für ein Schatz! Der konnte natürlich nur drinnen auf der Fußmatte unter den bewundernden bzw. schützenden Blicken des Rudels verzehrt werden. Auch nachdem später alle Verstecke leergeräumt waren, hat sie die Suche nicht aufgegeben, sondern immer wieder ihre Schnauze in die entsprechenden Sträucher gesteckt. Wenn schon einmal ein Wunder passiert, warum nicht gleich auch noch ein zweites?

Ansonsten hat der verspätete Wintereinbruch der letzten Tage (in der Nacht zum Ostersonntag bestimmt kälter als -5°C) einigen Pflanzen extrem zugesetzt: Die Lenzrosen lagen morgens platt am Boden, haben sich zwar wieder aufgerichtet, sehen jetzt aber einfach nur noch schäbig aus, und meine Strauchpaeonie hat zumindest an den Blättern einen heftigen Frostschaden. Ich hoffe, die Blüten haben es überstanden…

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Strandkorbwetter

20. Februar 2008

Im letzten Jahr, kurz bevor unsere neue Terrasse vor der Vollendung stand, schlug mein mir Anvertrauter vor, doch einen Strandkorb dafür anzuschaffen. Meine erste Reaktion: „Meinst du wirklich? — Den nutzen wir doch gar nicht. Der steht doch nur rum und nimmt Platz auf der Terrasse weg.“ Meine zweite Reaktion: „Aber wenn du ihn so sehr wünschst, dann lass uns mal schauen.“ Der  meinerseits als sehr großzügig empfundene Hintergedanke war: „Du kannst ihn ja nicht immer nur die schweren Arbeiten machen lassen und dann gegenan reden.“

Seit letztem Sommer steht nun also dieser Strandkorb dort und wurde hauptsächlich als Kuschelecke von unserer Jüngsten genutzt. Immerhin.

Und nun war heute nach einem trüben Tagesbeginn mittags der Himmel aufgeklart, sodass mich beim Nachhausekommen strahlendster Sonnenschein empfing. Die Gartenmöbel sind natürlich noch eingemottet, aber da war ja noch der Strandkorb, von dem man nur die Hülle abstreifen musste. Ich brauche jetzt wohl nicht explizit zu erwähnen, wer den größten Teil des Nachmittags im Strandkorb verbrachte und sich beinahe einen Sonnenbrand holte. 🙂

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Gartenarchäologie

28. Mai 2007

Während es in anderen Teilen der Republik über das Pfingstwochenende heftige Unwetter mit z.T. etremen Niederschlägen und Gewittern gegeben hat (Berlin hat wohl mehrmals zeitweise den Ausnahmezustand ausgerufen), blieb das Wetter hier verhältnismäßig ruhig, abgesehen von einem starken Gewitter am gestrigen Pfingstsonntag.
Es war also bestes Gartenwetter: der Boden gut durchfeuchtet, kaum Wind, angenehme Temperaturen, sodass auch der ein oder andere sanfte Schauer der guten Stimmung keinen Abbruch tat, sondern vielmehr dazu diente, die Schwüle etwas zu mildern.

Es wächst also an allen Orten wie verrückt, sodass noch kaum Platz zwischen den Stauden ist. Aus diesem Grund waren Aufräumarbeiten angesagt: Die verblühten Vergissmeinnicht-Pflanzen, die noch vor einer Woche fast alle Beete in ein sanftes Blau getaucht hatten, habe ich schubkarrenweise abgefahren. (In meinen Anfängerzeiten habe ich sie noch auf den Kompost gepackt, damit aber für eine extreme Ausbreitung bis ins letzte Beet gesorgt; jetzt lege ich sie in irgendwelchen wilden Ecken ab, wo ein neuer Blütenteppich im nächsten Jahr erwünscht ist. )
Erstaunlich, was in den Beeten so alles sichtbar wird, wenn diese Füllpflanzen verschwunden sind: Die Minifunkien kommen jetzt erst so richtig zur Geltung, ebenso die Bodendeckerrosen, die fast völlig in dem Kraut versunken waren. Zwischendrin hatten sich auch noch Hornveilchen ausgesät, welche ich zuvor gar nicht bemerkt hatte. Außerdem haben jetzt auch die noch kleinen Sämlinge der Ringelblumen genug Luft und Licht zum Wachsen.
Das ist das Schöne am Mai: Überall gibt es Pflanzen und Pflänzchen zu entdecken, von denen man gar nicht mehr wusste, dass sie im Garten waren.