Archive for Dezember 2008

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Mausjagd

29. Dezember 2008

Es hat sich doch als Nachteil erwiesen, dass ich einige Vogelfutterbehälter so dicht am Haus aufgehängt habe, denn durch die heruntergefallenen Krümel wurden die Mäuse angelockt und nutzten vor zwei Tagen gleich die Gelegenheit, sich ins Haus zu schleichen, als ich mal eben schnell den Kompost herausgebracht und nicht die Terrassentür hinter mir zugezogen hatte.
Bemerkt habe ich die erste Maus dadurch, dass sich der Vorhang an der Terrassentür bewegte, ohne dass irgendwo Zugluft herrschte. Und richtig, als ich näher kam, verschwand etwas Braungraues unter dem Esszimmerschrank. Als ich mich aber bückte, um darunterzuschauen, war dort nichts zu sehen. Vielmehr hatte sich das Tier mit gespreizten Vorder- und Hinterpfoten zwischen Schrankrückwand und Wand hochgearbeitet und hielt sich auf diese Weise nun auf halber Höhe fest. hausmaus1Mit dem eilig herbeigerufenen Liebsten wurde schnell eine Strategie entworfen, um die Maus möglichst schnell wieder aus dem Haus zu befördern: Mit umgelegten Hockern und Stühlen bauten wir eine Gasse, durch die wir die Maus durch die Terrassentür wieder hinaustreiben wollten, indem wir zunächst den Schrank von der Wand rückten, um dann mit Besen und Geschrei nachzuhelfen. Der recht verdutzte Hund wurde hinter dem Schrank postiert, damit die Maus nicht auf die Idee kam, sich Richtung Küche davonzumachen. (Küche, Wohn- und Esszimmer sind bei uns nicht durch Türen voneinander getrennt, sondern gehen ineinander über.) Soweit klappte auch alles; das Tier rannte in Richtung geöffnete Terrassentür — doch wegen der Fußleiste unter dem Fenster schloss unser Hindernis nicht ganz mit der Wand ab, sodass sich die Maus durch diesen Spalt von etwa einem  Zentimeter hindurchzwängte, um sich dann, immer an der Wand lang, unter dem Tannenbaum zu verstecken.
Gleich daneben befindet sich eine große Schrankwand, die genügend Versteckmöglichkeiten bietet und nicht ohne Weiteres von der Wand gerückt werden kann. Wir gaben deshalb auf und holten die alten, halb verrosteten Mausefallen heraus. Bestückt mit Mettwurst und Nougatschokolade wurden sie unter dem Tannenbaum und den Schränken postiert.

tannenbaumErst einmal geschah nichts. Später am Nachmittag aber machte sich die Maus auf Futtersuche Richtung Küche. Weil wir, die wir gemütlich auf der Couch gesessen hatten, natürlich alle auf einmal aufsprangen, suchte sie panisch ein Versteck und landete wieder hinter dem Esszimmerschrank. Ab da lief eigentlich alles ziemlich planlos ab: Während ich versuchte, ein paar interessante Fotos zu machen, drängte mich unsere Kleine vom Schrank weg, um selbst dahinterzulinsen und „Oh, wie süß“ zu rufen. Mein mir Anvertrauter hingegen wedelte mit dem Wischmop herum, um die Maus aus dem Versteck zu treiben. Schließlich einigten wir uns darauf, den Schrank von der Wand zu rücken, um die Maus in die Ecke zu treiben und dort irgendwie einzufangen. Allerdings tat uns die Maus nicht den Gefallen, sondern sprang in die Gardine, um dann hochzuklettern, bis sie oben auf der Gardinenstange balancierte. Also holte ich schnell einen Eimer, um sie darin aufzufangen. Weil ich aber Hemmungen hatte, das Tier anzufassen, landete es nicht im Eimer, sondern auf dem Rand und rannte dort im Kreis herum, sodass ich den Eimer, und damit auch die Maus, vor Schreck fallen ließ. Diese nutzte die Gelegenheit, um erneut in die Gardine zu springen und hochzuklettern, während wir unten wegen meiner Ungeschicklichkeit Tränen lachten.hausmaus2hausmaus3
Der Rest ging allerdings schnell: einen Lederhandschuh geholt, noch einmal auf den Stuhl geklettert, die Maus in den Eimer geschubst und nach draußen befördert waren eins. Und erst jetzt erwachte das Interesse unserer Hundedame, die uns die ganze Zeit verwirrt beobachtet hatte und mit der herumlaufenden Maus überhaupt nichts anfangen konnte. Kaum war die Maus draußen, sprang offenbar das Jagdprogramm an, denn der Hund belauerte nun ausdauernd die Terrasse, unter der sich das Tier versteckt hatte.
Wir waren erleichtert, weil wir das Mäuseproblem so schnell gelöst hatten. Allerdings währte unsere Freude nicht lange: Während wir abends gemütlich vor dem Fernseher saßen (nein, es lief nicht Tom und Jerry), begann ein reger Verkehr: Eine Maus lief vom Weihnachtbaum unter den Wohnzimmertisch und untersuchte interessiert die dort liegenden Hausschuhe; eine andere lief vom anderen Esszimmerschrank zum Weihnachtsbaum, nur um dort einer weiteren zu begegnen, die gerade in Richtung Couch unterwegs war. Es war also eine ganze Mäusefamilie eingezogen, zumindest die Kinder, denn das Muttertier haben wir nicht zu Gesicht bekommen.
Gestern blieb nun alles ruhig, den ganzen Tag über ließ sich nicht eine Maus blicken. Sowohl die Mausefallen als auch die ausgelegten Schokoladenstücke blieben unberührt. Aber heute Morgen sah ich ihre Spuren: Im Hauswirtschaftsraum hatten sie sich über die restlichen Sonnenblumenkerne hergemacht, die noch nicht zu Vogelfutter verarbeitet waren. Andere Leckereien wie ein Weihnachtsstollen oder Kekspakete, die dort herumlagen, hatten sie aber nicht angerührt. Es handelt sich also offenbar um naturverbundene Tiere, die Wert auf Vollwertkost legen. Kein Wunder, dass sie nicht an die Fallen gegangen waren. Also wurden die Fallen umgestellt und alles, was nicht in Flaschen oder Gläsern war, in Schränke und Schubladen geräumt, wo es vor den Mäusen sicher ist. Nebenbei erfuhren alle Regale und Ablageflächen eine Grundreinigung, sodass jetzt schon einmal ein Teil des Frühjahrsputzes vorgezogen worden ist. Was so ein paar kleine Tierchen nicht alles bewirken können….

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Vogelfutter

16. Dezember 2008

Vögel im Winter zu füttern ist nicht ganz unproblematisch. Zum einen finden sie genügend Futter in der Natur, solange nicht über mehrere Tage eine geschlossene Schneedecke liegt. Und zum anderen bringt man dadurch auch schwächere, kranke Vögel über den Winter, die dann unter Umständen im Frühjahr den Zugvögeln Reviere und Nistplätze streitig machen.
Trotzdem hänge ich regelmäßig Futter aus, denn die Versammlungen an den Futterstellen bringen so viel Leben in den Garten in einer ansonsten trüben, toten Zeit, dass ich sie nicht missen möchte. Im Gegensatz zu den letzten Jahren habe ich dieses Jahr früher damit angefangen, denn die Vögel erkunden schon im Spätherbst mögliche Futterstellen und finden solche nicht mehr, die dann erst im Januar oder Februar eingerichtet werden. Da in unserer Nachbarschaft schon seit über einem Monat fast alle ihre Futterhäuschen bestückt hatten, wurde es auch für mich langsam Zeit, denn es kamen kaum noch Vögel zu Besuch in den Garten, weil das Futter in der Nachbarschaft bequemer zu erreichen war.

Ich hätte natürlich fertiges Vogelfutter kaufen können, aber mit Kindern macht es auch Spaß, selbst Fettfutter anzurühren:
Für die Verpackung werden etwa fünf kleinere Tontöpfe (ganz Kreative bemalen sie oder verzieren sie vorher noch mit Serviettentechnik) und dickes Band zum Aufhängen benötigt. Die Bänder werden in ca. 40cm lange Stücke geschnitten (abhängig von der Größe der Töpfe) und so geknotet, dass eine Schlaufe zum Aufhängen entsteht und darunter noch  Band von ca. 10-15 cm Länge verbleibt. Die  Schlaufe wird von unten durch das Loch des Topfes gezogen, wobei der Knoten als Stopper dient. Die Bandenden knotet man auch zusammen; dies dient später als Halt für die Vögel. Ganz wichtig ist hier Hygiene, damit die Futterstellen nicht zu Brutstätten von Krankheiten werden: Die Tontöpfe reinige ich vorher gründlich und spüle sie dann mit kochendem Wasser aus. Außerdem verwende ich nur sauberes Band, und nicht welches, das irgendwo noch herumliegt.
Für die Füllung benötigt man 500g gehärtetes Pflanzenfett, ungeschälte Sonnenblumenkerne, Haferflocken, Nüsse etc.
Das Fett wird im Topf geschmolzen, sodass man dann Körner und Kerne hineinrühren kann. Die Menge der Körner sollte so bemessen sein, dass das Fett praktisch von der Körnermischung aufgenommen wird. Anschließend lässt man das Ganze etwas erkalten, bevor man es in die Töpfe füllt. Ganz ohne Kleckern geht es dabei nicht ab und man muss auch damit rechnen, dass etwas Fett aus den Löchern hinausläuft; deshalb lege ich immer ein altes Tablett unter.

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Wie man sieht, war das Tablett, das ich zunächst draußen vergessen hatte, schnell ein Anziehungspunkt für die ersten Besucher. (So trübe wie auf diesem Bild ist es übrigens bei uns schon seit Wochen, mit Ausnahme von ein oder zwei Tagen vielleicht.)
Seitdem meine fünf Tontöpfe im Garten verteilt hängen, tobt hier regelmäßig eine Schar von Blau- und Kohlmeisen durch, denen ich stundenlang zusehen könnte. Oft bringen sie sich erst im Gebüsch in Stellung, bevor sie die Töpfe anfliegen, und erschrecken sich manchmal gegenseitig, wenn mehrere das gleiche Versteck anvisiert haben. Im Gefolge befinden sich meist noch ein Rotkehlchen und ein Buchfink nebst mehreren Spatzen, die sich zwar selbst nicht an die Töpfe heranhängen können wie die Meisen, die aber geduldig warten, bis etwas für sie herunterfällt.

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Endlich DSL?

14. Dezember 2008

Es ist soweit. Nachdem es unseren alten Bürgermeister — neben anderen Dingen — den Wahlsieg bei der letzten  Kommunalwahl gekostet hatte, dass er sich nicht genügend um den Anschluss der Gemeinde an eine Breitbandverbindung gekümmert hatte, sind wir nun endlich angeschlossen. In den letzten Wochen wurde so ziemlich jeder im Dorf angerufen, ob er an DSL interessiert sei.
Nachdem wir unser Interesse bekundet hatten, kamen nach und nach Schreiben der Telekom, die uns zu unserem neuen Vertrag beglückwünschten und auf noch folgende Schreiben und Warenlieferungen hinwiesen. Als Erstes kam der Router. Nach Studieren der Anschluss-Skizze fiel uns auf, dass noch ein Splitter fehlte. Was ist das? Nie davon gehört. Also bei den netten Mitarbeitern im Shop angerufen, die meinten, dass uns das eigentlich hätte zugesandt werden sollen, aber dass wir uns auch ein Exemplar direkt im Laden abholen könnten. Kaum hatten wir das getan, kam ein weiterer Splitter per Post.
Jetzt also ans Anschließen. Den Zeichnungen und beruhigenden Worten in den diversen Broschüren nach zu urteilen dürfte das eigentlich nicht so schwierig sein. Den Splitter in die Telefondose stecken, den Router anschließen und die automatische Konfiguration abwarten. Erst verlief auch alles nach Plan: Die Lämpchen leuchteten und blinkten zunächst schön bunt durcheinander, um sich nach einer gewissen Zeit zu beruhigen. Das sollte das Zeichen für den nächsten Schritt sein, den Anschluss an den Rechner. Hier muss ich aber etwas ziemlich falsch gemacht haben, denn mit einem Mal leuchtete kein Lämpchen mehr, sondern das Gerät gab nur noch ein schwaches Flackern und ein rhythmisches Klacken von sich. Tilt. Selbst ein Reset funktionierte nicht mehr.
Ein weiterer Anruf bei der Telekom rief ein leichtes Erstaunen hervor — normalerweise seien die Geräte idiotensicher (ein Befund, den auch ein später zu Hilfe gerufener Nachbar bestätigte). Die beschriebenen Symptome wiesen aber darauf hin, dass das Gerät komplett abgestürzt sei; man werde uns daher ein neues zuschicken. Jetzt warten wir also auf den Ersatz und hoffen, dass es beim zweiten Mal besser klappt.