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Kulturfolger

1. August 2008

Heute war ein eher trauriger Tag. Die Häsin, welche immer unseren Garten als Aufzuchtstube für ihre Jungen verwendet, ist qualvoll im Maschendrahtzaun verendet. Wahrscheinlich ist sie gestern Abend vom Hund aufgescheucht worden und hat sich in ihrer Panik durch die viel zu enge Öffnung gezwängt, in der sie dann mit den Hinterläufen hängenblieb. Da wir sie erst heute Nachmittag entdeckten (nicht mal der Hund hat etwas von dem Unglück mitbekommen), kam jede Hilfe zu spät und wir konnten sie nur noch herausschneiden, um sie dann zwei Spaten tief im Garten zu vergraben.
Zum Glück sind die beiden Jungen groß genug, um schon allein zurechtzukommen. Man sieht sie vor allem beim Gießen. Sie mögen es gar nicht, wenn sie unversehens eine Dusche über den Kopf bekommen, sodass sie dann unvermittelt unter der Staude oder dem Strauch hervorpreschen, unter dem sie sich gerade versteckt hatten.
Im Gegensatz zu unseren Hasen, für die der Aufenthalt im Garten doch eher Stress bedeutet, bereiten wir seit einigen Tagen einer zerrupften kleinen Amsel regelmäßig eine Freude, indem wir einen großen Teil der Rasenfläche umgraben, um eine Kräuterspirale anzulegen. Aufgrund der anhaltenden Trockenheit kommen die Vögel zurzeit kaum an Würmer für die Aufzucht der Jungen heran, denn der Boden ist hart wie Beton und die Regenwürmer haben sich in den tieferen Schichten in kleinen Erdhöhlen eingerollt. Unsere Amsel hat nun gemerkt, dass sich ihr große Mengen von Futter erschließen, wenn sie sich bei unseren Grabungsarbeiten in Position bringt. Inzwischen ist sie so zutraulich geworden, dass sie bis auf Armeslänge herankommt und sich auch nicht vom Hund stören lässt, der meist in der Nähe liegt. Selbst wenn ich gerade nicht am Buddeln bin, folgt sie mir durch den Garten und schaut mich immer wieder auffordernd an, dass ich doch bitte den Spaten wieder in die Hand nehmen möge, um sie mit Frischfutter zu versorgen.

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