h1

Regensommertag

22. Juli 2007

Die Urlaubsgäste und alle die, die eigentlich den Sonntag am Strand verbringen wollten, mögen mir verzeihen, aber ich habe den Regentag heute in vollen Zügen genossen. Schon heute Morgen war die Atmosphäre unbeschreiblich entspannt. Kaum Wind, Regentropfen fielen sanft auf das Dach und die Erde, sodass ein beruhigendes Grundrauschen alle weiteren Aktivitäten begleitete. Sich mit einem Becher Tee bei weit geöffnetem Fenster auf die Fensterbank setzen, hinausschauen und sich von den Tropfen und dem leisen Platschen in einen Zustand zwischen Träumen und Wachen versetzen lassen, den warmen, würzigen Duft feuchter Erde einatmen — einfach herrlich.

Am schönsten war es jedoch, als der Regen aufhörte: Durch den sanften Niederschlag war der Boden wieder voll durchfeuchtet, sodass ich endlich wieder ohne Kraftaufwand die Beete durchforsten konnte. Der Vorgarten, der mich schon die letzten beiden Wochen sehr vorwurfsvoll angeblickt hatte, sieht jetzt schon wieder halbwegs manierlich aus, vor allem war dies das geeignete Wetter, um die Lücken aufzufüllen, die durch das Herausreißen der verblühten Bartnelken entstanden waren. — Nackte Erde, insbesondere wenn sie ausgetrocknet ist, ist ein deprimierender Anblick, aber zum Nachpflanzen muss man Zeit haben, und es lohnt sich nur, wenn es draußen feucht genug ist — zum dauernden Gießen habe ich weder die Lust noch die Zeit.

Dieser Zeitpunkt war also heute gekommen: Einige Lücken an besonders trockenen Stellen habe ich mit Frauenmantel aufgefüllt, eine wunderbar anspruchslose Staude, die an fast allen Standorten hässliche Stellen in kürzester Zeit kaschiert. Nach einiger Zeit finden sich überall im Garten Sämlinge, die sich dann wieder an geeignete Stellen umpflanzen lassen. (Größere Stauden lassen sich aber auch im Frühjahr teilen.) Außerdem habe ich die Sämlinge des Duftsteinrichs, eines weißen, einjährigen Bodendeckers, die wie immer an den unmöglichsten Stellen aufgetaucht waren, so verpflanzt, dass vor den Rosen in etwa einem Monat ein wunderschöner weißer, mild nach Honig duftender Blütenteppich entsteht. Auch diese Pflanze ist sehr anspruchslos, allerdings fällt die erste Blüte bei mir immer sehr enttäuschend aus, offenbar, weil irgendwelche Tierchen die Blüten abfressen. Ich schneide die Pflanzen dann aber rigoros zurück (ist auch bei Frauenmantel nach der Blüte anzuraten, wenn er unansehnlich werden sollte), sodass sie in kürzester Zeit umso kräftiger austreiben. Die Prozedur wiederhole ich, wenn die Blüten unansehnlich werden, sodass der Teppich mit Unterbrechungen bis zu den ersten Frösten hält.

Advertisements

One comment

  1. Ich fand die regnerischen Tage wirklich schön. Der Rasen spriest super und vor allem im Wald schießen die Pilze nur so aus dem Boden. Endlich ist der Waldboden einmal richtig durchgeweicht.



Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s